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Stadionfrage als „Belastungsprobe” zwischen Fans und Klub

Red-Bull-Arena

Knapp zwölf Jahre alt: Das Leipziger Stadion (Foto: Gepa-Pictures/Roger Petzsche).

Sören Minx, einer der Sprecher der Initiative 60plus, die für den Verbleib im derzeitigen Stadion eintritt, hat dem Neuen Deutschland ein ausführliches Interview gegeben. Minx, Fan der ersten Stunde bei RB Leipzig, erklärt den Hintergrund der Faninitiative und liefert Argumente gegen einen Stadionneubau.

Einerseits argumentiert die Initiative aus emotionaler Sicht. „Wir haben hier im Stadion mit RB Leipzig große Erlebnisse gefeiert. Wenn es auch nur sieben Jahre sind, aber jeder hatte seine emotionalen Spiele und Momente”, sagt Minx.

Sören Minx

Initiativensprecher Sören Minx

Doch Minx äußert auch ganz rationale Bedenken. „Wer in deutschen Stadien unterwegs ist”, sagt der 36-Jährige, „weiß, dass auch eine Arena an der Autobahn nicht alle Verkehrsprobleme löst. Teilweise sind die Anreiseschwierigkeiten die gleichen oder noch größer. In Leipzig kann man alle Parkhäuser in der Innenstadt fußläufig erreichen. Und selbst wenn man an der Messe baut, stehen dort ja nicht 200 Straßenbahnen bereit, um nach Spielschluss 50 000 Leute abzutransportieren.”

Und: „Ein Neubau würde wegen der Verkehrsanbindungen auch die Stadt und den Staat, also auch den Steuerzahler, zig Millionen kosten. Wir bezweifeln, dass es derzeit nötig ist, solche enormen Summen zu investieren.”

Dazu beschreibt Minx auch die Kommunikation mit dem Verein. „Wir haben uns mehrfach mit der Klubführung getroffen”, sagt er. „

Es gab mehr oder weniger freundliche Gespräche. Die Aktion stößt jetzt nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Es gibt auch kritische Stimmen im Verein. Wir werden zwar nicht in unserem Tun behindert, es wird aber auch nicht alles genehmigt, was wir vorhaben.” Unter anderem seien für das Bundesligaspiel an diesem Freitag nicht alle Banner zum Thema genehmigt worden.

So wird die aktuelle Debatte laut Minx auch zu einem „Test, wie sich die informelle Mitbestimmung der Fanszene bei uns im Verein entwickeln kann. Das ist sicher eine Belastungsprobe.”