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Ancelotti gegen Hasenhüttl: Taktik im Duell der Gegensätze

Es ist das Duell der Saison: Erster gegen Zweiter, Rekordmeister gegen Aufsteiger. Und mit dem Anpfiff ist es auch das taktische Duell zwischen Carlo Ancelottis FC Bayern und Ralph Hasenhüttls RB Leipzig. Während der Leipziger Trainer sein Team gegen Hertha BSC in Topform sah, bescheinigen die Experten den Münchnern immer noch viel Luft nach oben.

FC Bayern gegen RB Leipzig – Duell der Gegensätze

Im Topspiel der Bundesliga treffen zwei Gegensätze aufeinander. Nicht nur spielt wohl die jüngste Mannschaft der Bundesliga gegen die älteste, es ist auch ein Aufeinandertreffen der Spielphilosophien. „Bayerns Positionsspiel, das darauf basiert, den Ball zu haben und durch die eigenen Reihen zirkulieren zu lassen, wird sich dem atemraubenden Anrennen der Leipziger erwehren müssen, die hauptsächlich auf schnelle Ballgewinne und noch schnelleres Umkehrspiel setzen“, schreibt der Tagesspiegel.

Ballbesitz bei FC Bayern schwach gegen hohes Pressing

Das Ballbesitzspiel wurde unter Pep Guardiola perfektioniert und hält unter Carlo Ancelotti an. Allerdings fehle den Bayern die Kontrolle über das Tempo des Spiels, merkte auch schon Jürgen Kohler bei Sky90 an. Memmert ergänzte, Bayern München baue das Spiel eher bedächtig auf, sei zudem in der laufenden Saison extrem anfällig gegen hohes Pressing.

Ein Spiel, wie gemalt für den risikoreichen Konterfußball unter Ralph Hasenhüttl. Wobei die Leipziger Spezialität nicht ihre einzige Stärke ist, wie miasanrot.de in einer seiner Taktikanalyse betont. „Leipzig wird wie gehabt früh angreifen, in der eigenen Hälfte mit hoch stehender Viererkette verteidigen, um nach Balleroberungen rasant und bisweilen chaotisch in die Spitze umzuschalten“, so der Sportpsychologe Prof. Daniel Memmert gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.

Im Kollektiv gegen individuelle Weltklasse des FC Bayern

Ralph Hasenhüttl betonte in der Pressekonferenz, nur mit einer Teamleistung gegen das Starensemble glänzen zu können, zumal mit Naby Keita und Marcel Halstenberg erneut zwei Ausfälle drohen. Dem FC Bayern bleibe mangels Automatismen unter dem neuen Trainer das Vertrauen in die individuelle Klasse, so der Sportpsychologe. Dafür hat Carlo Ancelotti allerdings in der Offensive die Qual der Wahl, bis auf Kingsley Coman und Jerome Boateng sind wohl alle fit.

FC Bayern unter Druck – RB Leipzig mit Bonusspiel

Ralph Hasenhüttl sagte, die Rolle des Jägers sei ihm auch tabellerisch lieber. Ralf Rangnick hatte zudem bei Sky90 erklärt, RB Leipzig habe nichts zu verlieren. Eine Heimniederlage der Bayern wurde gleichzeitig zur „Majestätsbeleidigung“ stilisiert – ein kluger Schachzug, um den Gegner unter Druck zu setzen.

Das sieht auch der Sportpsychologe Memmert so. „Leipzig kann die Herausforderung als Hoffnungsaufgabe betrachten, für München ist es ein Muss zu gewinnen. All das macht diese Partie zu einer höchst spannenden mit völlig offenem Ausgang.“

4-2-3-1 oder 4-3-3 gegen 4-2-2-2 oder 4-3-3-0

Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick hatten unterstrichen, gegen den FC Bayern München überhaupt nichts anders anzugehen. Und erwarten auch beim Gegner, dass der sein dominantes Spiel taktisch wie gewohnt auf den Platz bringt. Spielverlagerung.de hat drei mögliche Szenarien genauer unter die Lupe genommen.

Carlo Ancelotti werde sich am ehesten für das klassische 4-2-3-1 entscheiden, wenn er auf seine Weltklasse-Offensive baut. Allerdings sei diese Variante weniger gut abgesichert gegen die schnelle Angreifer der Leipziger, die mit der Überzahl im Zentrum ihres variablen 4-2-2-2 zu gefährlichen Kontern starten könnten.

Carlo Ancelotti gegen Ralph Hasenhüttl – weicht einer ab?

Hingegen könnte ein 4-3-3 der Bayern mit Xabi Alonso statt einem der offensiven Robben oder Müller für mehr Sicherheit sorgen. Zugleich wäre Leipzig dazu gezwungen, etwas breiter zu verteidigen und damit anfälliger Zuspiele in die Tiefe. Als Alternative für den Aufbau der Leipziger wird ein defensives 4-3-3-0 vorgeschlagen, bei dem sich in erster Linie Marcel Sabitzer auf Kosten der Dynamik im Leipziger Pressing etwas zurückzieht.

Beide Teams treten selbstbewusst auf und sehen ein Duell auf Augenhöhe. Für die Fans zu Zuschauer ist wohl ein aufeinandertreffen der bisherigen Spielphilosophien am spannendsten. Ob einer der beiden oder beide Trainer taktisch von ihre Linie abweichen?

 

 

 

 

 

 

 

 


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