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Timo Werner bei Promi-Darts-WM beleidigt – Verachtung spaltet Spieler und Fans

Timo Werner hatte in der Hinrunde nicht nur mit Toren und Vorlagen für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem die Schwalbe gegen den FC Schalke 04 blieb hängen. Ein Umstand, wechselseitig beeinflusst durch den Aufschrei bereits sensibilisierter Gegner von RB Leipzig und einem großen Medienecho. Die Welt plädiert für einen normaleren Umgang mit Fehlern.

Schwalbe dominierte tagelang die Berichterstattung über RB Leipzig

Tagelang dominierte neben dem Sieg, der RB Leipzig an der Tabellenspitze hielt, nur ein Thema. Werner hob ab, der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, Ralf Fährmann sah gelb und war fassungslos. Die Diskussion, wer wann was gesagt und gedacht hat, zog sich bis weit in die Folgewoche. Dem nicht gefoulten sei der Druck bei der folgenden Niederlage gegen den FC Ingolstadt deutlich anzumerken gewesen, so später sein Trainer Ralph Hasenhüttl.

Der dachte auch gar nicht daran, seinen Schützling nach dessen Fehlverhalten besonders zu schützen, wie es Sportdirektor Ralf Rangnick tat. Unaufgeregt nahm Hasenhüttl zur Kenntnis, dass dem jungen Spieler ein Faux-Pas unterlaufen war und sah den Umgang damit als lehrreiche Erfahrung.

Anti-RB-Stimmung potenziert sich mit Frust über Timo Werner

Was anschließend in Teilen der Fanszene passierte, gehe über die Grenzen der Kritik hinaus, moniert die Welt. Der RB-Profi stach mit seiner Aktion aus einer polarisierenden Bundesligamannschaft heraus und wurde so zum Hassobjekt einiger gegnerischer Anhänger. So widmet sich die Facebook-Seite mit eindeutig persönlich beleidigendem Titel ganz ungeniert nur einem Thema: Timo Werner.

Anti-Werner-Gesänge bei Pro Sieben Promi-Darts-WM

Deutsche Fans fielen schon Tage zuvor bei der Darts-WM in London mit plumpen Gesängen auf. Bei der Pro Sieben Promi-Darts-WM sank das Niveau nochmal spürbar. Es schien, als wollten die Macher der Anti-Werner-Facebookseite vor Ort ihr Profil bewerben.

Fußballprofis und Fans entfremden sich zunehmend

Der freimütigen öffentlichen Äußerung solcher Hassparolen liege auch eine Entfremdung von Spielern und Fans zugrunde. Die Anhänger der Profisportler sähen diese „nicht mehr als normale Menschen, mit echten Wehwehchen und auch mal schlechten Phasen, sondern immer häufiger als im Grunde künstlich geschaffene Actionfiguren, wie aus Computerspielen oder ihrer Lieblingsserie, die man nach Lust und Laune behandeln kann, gerne auch respektlos.“

Anstatt die Schwalbe zu verteidigen, plädiert der Autor für einen menschlicheren Umgang miteinander. Ansonsten schwinde der Kontakt zu den Fans von allein, wo er nicht vertraglich vorgeschrieben ist.