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Daniel Siebert mit durchwachsener Spielleitung

86 Minuten dauerte es bis Daniel Siebert dem Ingolstädter Alfredo Morales die gelb-rote Karte zeigte. (Foto: Imago)

86 Minuten dauerte es bis Daniel Siebert dem Ingolstädter Alfredo Morales die gelb-rote Karte zeigte. (Foto: Imago)

Schiedsrichter sind ein wesentlicher Teil des Fußballs. Meist machen sie einen guten Job, wenn man bedenkt, dass sie binnen kürzester Zeit und ohne Zeitlupen Entscheidungen treffen müssen. Ab der kommenden Saison werden sie Unterstützung durch einen Video-Schiedsrichter bekommen, der bei strittigen Szenen rund um Tore und Platzverweise helfend eingreifen kann.

Teilschuld für Daniel Siebert für schwieriges Spiel

Daniel Siebert hatte diese Unterstützung am Wochenende beim Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Ingolstadt nicht. In einer umkämpften Partie war er früh ins Visier des Publikums geraten. Mehrmals hallten „Schieber“-Rufe als Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Spielleitung durch die Red Bull Arena.

Differenzierter werden die Dinge von den Schiedsrichter-Experten von Collinas Erben in ihrer Kolumne bei N-TV gesehen. „Karten, Zoff und keine Tore – das Spiel zwischen Leipzig und Ingolstadt ist nichts für Feingeister. Die Hauptschuld daran tragen die Spieler, doch auch der Unparteiische ist nicht frei von Verantwortung.“ So die zusammenfassende Beurteilung.

RB Leipzig gegen FC Ingolstadt „unangenehm zu leiten“

Dabei konstatiert man eine „zerfahrende Begegnung“, in der robust zu Werke gegangen wurde, häufig über Entscheidungen von Schiedsrichter Daniel Siebert diskutiert wird und oft Spieler am Boden liegen. „Unangenehm zu leiten“ war die Begegnung deswegen.

„Immer wieder gab es Nickligkeiten und Diskussionen. Das lag vor allem an den Akteuren selbst. Sie erwiesen sich als unzugänglich, schlecht gelaunt und halsstarrig“, so die Einschätzung von Collinas Erben. „Trotzdem kann man den Unparteiischen nicht vom Vorwurf freisprechen, ebenfalls zur Unruhe beigetragen zu haben. Denn nicht immer war seine Linie bei der Beurteilung von Zweikämpfen einheitlich. Manchmal zeigte er sich kleinlich, dann wieder großzügig.“

Daniel Siebert mit geringer Akzeptanz bei den Spielern

Das habe dazu geführt, dass die „Berechenbarkeit für die Spieler und infolgedessen auch die Akzeptanz“ von Daniel Siebert verlorengingen. „Seine Maßnahmen verpufften, die Akteure änderten ihr Verhalten nicht.“ Zudem hätte Roger zu Unrecht eine gelbe Karte gesehen, während andere Ingolstädter Spieler in verschiedenen Situationen gelb verdient gehabt hätten.

„Die Hausherren wiederum waren zwar keine Unschuldslämmer, doch den Ingolstädtern kam die Regelauslegung und -anwendung des Unparteiischen erkennbar mehr entgegen.“ Wenig „Gelegenheit zu glänzen“, habe Daniel Siebert gehabt. Trotzdem sei „die Ruhe, die er angesichts der permanenten Nörgeleien bewahrte, bemerkenswert“ gewesen, „auch wenn sie sich nicht auf die Spieler übertrug“.