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Bernardo in der Leipziger Achterbahn

Bernardo (Foto: GEPA Pictures)

Bernardo (Foto: GEPA Pictures)

Als Rechtsverteidiger hatte Bernardo wohl kaum jemand auf dem Zettel als er im letzten Sommer kurz vor Schließen des Transferfensters von Salzburg nach Leipzig wechselte. Inzwischen denkt wohl kaum noch jemand daran, dass er eigentlich als Sechser geholt wurde.

Bernardo als Rechtsverteidiger zum besseren Spieler

Für den 21-Jährigen ist die Erfahrung als Rechtsverteidiger aber eine wertvolle, wie er im Kicker ausführt. „In Brasilien habe ich Innenverteidiger gespielt, in Österreich auf der Sechs und in Deutschland jetzt Außenverteidiger. Das ist wichtig und macht aus mir einen besseren Spieler.“

Dabei benötigt es aber auch spezieller Arbeit, um den Anforderungen der ungewohnten Position gerecht zu werden. „Ich mache Zusatztraining, um meinen rechten Fuß besser zu machen. Flanken mit rechts sind noch ein bisschen schwer, aber ich versuche, flach auf den ersten Pfosten zu spielen.“ Mit jedem Spiel steige aber auch das Selbstvertrauen.

Zwischenzeitliche Bankrolle war „komisch“

Bernardo war als Rechtsverteidiger zum Zuge gekommen, nachdem sich Lukas Klostermann im September 2016 das Kreuzband gerissen hatte. Abgesehen von einer verletzungsbedingten Pause über fünf Spiele hinweg, war der Brasilianer dann hinten rechts gesetzt. Zwischen 21. und 25. Spieltag fand er sich aber plötzlich auf der Bank wieder. Benno Schmitz durfte sich in dieser Zeit zeigen.

„Es war komisch, zwischendurch auf der Bank zu sitzen“, gibt Bernardo im Kicker zu. „Aber es ist eine Erfahrung, die mich stärker macht. Fußball ist wie eine Achterbahn. Wenn du in einem Klub mit einem qualitativ sehr guten Kader spielst, gehört das einfach dazu.“

Bernardo defensiv stabil, offensiv ausbaufähig

Vielleicht ist er auch deswegen so entspannt, weil er mit RB Leipzig in Richtung Champions League unterwegs ist. Sein „großer Traum“ sei das. Schon als Kind habe Bernardo diesen Wettbewerb intensiv verfolgt. „Die Champions League ist der größte Klub-Wettbewerb der Welt. In Brasilien interessiert die Champions League mehr als die heimische Liga.“

In der heimischen Liga wird aber die Grundlage für Europa gelegt. 19mal kam Bernardo bisher für RB Leipzig in der Bundesliga zum Einsatz. Erst eine Torvorlage steht dabei zu Buche. Ein Tor gelang ihm noch gar nicht. Dafür steht er für defensive Stabilität.

Wenn der Defensivmann auf dem Platz steht, kassiert Leipzig nur 0,72 Tore pro 90 Minuten. Von den RB-Spielern hat nur Marvin Compper mit 0,70 Gegentoren pro 90 Minuten einen besseren Wert. RB Leipzig kassierte bisher als Mannschaft über die gesamte Saison 1,00 Gegentore pro Spiel und 90 Minuten.