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Ralf Rangnick über ungleiches Financial Fairplay im Neymar-Transfer

Im Zusammenhang mit der Ablehnung des Liverpooler Angebots für Naby Keita befeuerte Max Eberle die Diskussion über die finanziellen Möglichkeiten von RB Leipzig. Ralf Rangnick reicht den Vergleich nach oben weiter, als er dem MDR gegenüber den Transfer von Neymar bewertet.

Ralf Rangnick: „Paris dümpelte vor Jahren im Mittelfeld herum“

Ralf Rangnick hinterfragte in Anbetracht der Unsummen, die für den Brasilianer Richtung Barcelona fließen, deren Rechtfertigung im Rahmen des Financial Fairplay. „Paris St-Germain ist ein Verein, der noch vor einigen Jahren im Mittelfeld oder im hinteren Regionen  der ersten Liga herumgedümpelt ist und dann kamen die Kataris, die den Verein übernommen haben“, so der RB-Sportdirektor über die Ausgangssituation des Vereins. Immerhin ließ er etwas unter den Tisch fallen, dass der amtierende Rekordpokalsieger aus der Hauptstadt auch ohne die vergangenen Jahre zwei mal französischer Meister wurde und 1996 den Europapokal der Pokalsieger holte.

RB Leipzig sprach wegen Financial Fairplay bei Uefa vor

Wie RB Leipzig knüpft man in Paris mithilfe eines potenten Geldgebers an erfolgreichere Zeiten in der Fußballstadt Leipzig an. Nur, dass man sich hier mit den Millionen von Red Bull aus den unteren Ligen hochgearbeitet hat. Und mit dem vielleicht entscheidendsten Unterschied, dass Rangnicks Fußball- und Einkaufsphilosophie eben keine Verpflichtungen von teuren Stars vorsieht, sondern junge Spieler, die man selbst entwickelt. Trotzdem sah man sich vor der Saison noch mit den Bestimmungen der Uefa konfrontiert. Gemeinsam mit Red Bull Salzburg räumte man Zweifel an der Wettbewerbsintegrität aus, weitere finanzielle Prüfungen behält sich der Verband aber noch vor.

500 Millionen Euro Gesamtsumme bei Neymar-Transfer

Dennoch stößt Ralf Rangnick bitte auf, dass Paris St. Germain nach Stand der Dinge den Rekordtransfer trotz des Financial Fairplay über die Bühne bringen konnten. Und traute nicht so ganz dem sogenannten Media Value über den Weg, mit dem die Franzosen die Unterstützung des Großsponsors rechtfertigen könnten. Zumal die Gesamtsumme deutlich höher sei. „Diese 222 Millionen Ablöse sind ja nur die eine Seite der Medaille. Da kommen ja nochmal mindestens die gleiche Summe an Beraterhonoraren und an Gehälter hinzu. Da reden wir am Schluss über knapp 500 Millionen“, so Rangnick.

Financial Fairplay wegen WM in Katar ausgehebelt?

Und erklärte im Anschluss, warum bei den Kataris die Regeln der Uefa sogar noch laxer gehandhabt würden. „Wenn das immer noch einhergeht mit Financial Fairplay, dann weiß ich nicht warum wir immer noch so eingeschränkt sind mit unserem Verein. Das hat sicherlich auch irgendwo im Hintergrund was mit der WM in Katar zu tun, dass man da auch eine Werbeikone verpflichtet hat. Natürlich ist es ein außergewöhnlicher Spieler, aber das alleine rechtfertigt diese Summe nicht.“ Die Werbeikone, das sei am Rande erwähnt, steht auch bei Red Bull unter Vertrag.


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