Seite neu laden
-

Oliver Mintzlaff ist bei 50+1 zwiegespalten – Lob für die Bayern

Oliver Mintzlaff glaubt, dass sie die 50+1-Regel in Deutschland verändern muss. Aber er sei bei dem Thema „zwiegespalten“, wie er im Interview mit Sportbild erklärt, da die Regel „in Europa einmalig“ ist. 50+1 soll verhindern, dass externe Geldgeber und Investoren entscheidenden Einfluss auf Fußballvereine bekommen.

Oliver Mintzlaff sieht Reformbedarf für 50+1-Regel

„Es ist richtig, für Investoren interessanter zu werden“, glaubt der Geschäftsführer von RB Leipzig an Reformbedarf bei 50+1. „Aber es darf nicht sein, dass Investoren den Fußball als Spielzeug betrachten und nach drei Jahren keine Lust mehr haben.“

Für seinen Verein sieht Oliver Mintzlaff keinen Verlust eines Wettbewerbsvorteils, wenn 50+1 fällt. Schließlich halte man sich an die Regel: „Sonst hätten wir gar keine Lizenz bekommen.“

Formal hält der RB Leipzig e.V. im Einklang mit der 50+1-Regel die Stimmmehrheit an der ausgegliederten RB Leipzig GmbH. Im eingetragenen Verein sind allerdings nur 17 Personen Mitglied, die in besonderer Beziehung zu RB Leipzig und Red Bull stehen.

RB Leipzig definiert Mitgliedschaft neu

„Wir definieren das Thema Mitgliedschaft anders als andere Vereine“, erklärt Oliver Mintzlaff die Situation bei RB. „Ein stimmberechtigtes Mitglied muss bei uns jemand sein, der sich tagtäglich in die Entscheidungen des Vereins einbringt. Was ist das bei anderen Klubs für eine Mitbestimmung, wenn ich beispielsweise 23 000 Mitglieder habe, von denen 1800 einmal pro Jahr zur Mitgliederversammlung kommen – und von denen eventuell 500 gar nicht mehr im Klub gewollt sind, weil sie unsere Null-Toleranz-Politik zum Thema Gewalt und Pyro nicht teilen? Nein, das wollen wir nicht.“

Man habe als Verein die Verantwortung über 300 Mitarbeiter. Zudem tausche man sich „regelmäßig und lebhaft“ mit den RB-Fans aus und „berücksichtigen ihre Anliegen und versuchen immer wieder, einen Konsens zu finden, sofern das möglich und umsetzbar ist“.

Mintzlaff für striktere Anwendung von Financial Fairplay – Lob für die Bayern

Ein strikteres Vorgehen wünscht sich Oliver Mintzlaff erneut bezüglich der Financial-Fairplay-Regeln der UEFA. Die Regel soll Vereine dazu bewegen, nicht mehr Geld auszugeben als man einnimmt. „Wir brauchen für die Umsetzung von Financial Fairplay eine ganz klare Definition. Wer sich daran nicht hält, der muss drastisch bestraft werden. Da reicht eine Geldstrafe nicht aus, weil die einige Vereine billigend in Kauf nehmen würden.“

Dankbar ist Mintzlaff derweil für die Existenz des FC Bayern. Der deutsche Meister sei ein „Magnet“, wegen dem der deutsche TV-Vertrag so „lukrativ“ sei. Man selbst sei von den Bayern noch „Lichtjahre“ entfernt. „Wir wollen weiter organisch wachsen, aber bis wir mit Bayern oder Dortmund mal auf einer Stufe stehen, dafür bedarf es noch viele Jahre harter Arbeit.“


Jetzt die RBLive-App herunterladen: