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Wenig Laufaufwand nach zweifelhaftem Rekord-Rot

Nur 99,9 km lief RB Leipzig am Samstag im Spiel beim FC Bayern München. Sehr wenig für ein Team, das in den ersten neun Spielen im Schnitt rund 116 km gelaufen war und im Bundesligavergleich damit auf Platz 4 lag.

Dass ein Team weniger als 100 km läuft, kommt in der Bundesliga selten vor. Zuletzt war das laut Kicker (Print) im Januar diesen Jahres am 17. Spieltag der Saison 2016/2017 der Fall. Damals lief Eintracht Frankfurt im Spiel bei RB Leipzig nur 99,5 km.

Frühe Platzverweise führen zu geringer Laufleistung

In beiden Fällen war dafür ein früher Platzverweis verantwortlich. Bei Frankfurt kassierte damals Lukas Hradecky sehr früh nach Notbremse rot. In München war es RB-Kapitän Willi Orban, der für dasselbe Vergehen vom Platz musste. Es war laut Kicker der früheste Platzverweis in einem Pflichtspiel von RB Leipzig.

Spieler und Verantwortliche aus Leipzig zweifelten nicht an der Rechtmäßigkeit der roten Karte. Orban hatte als letzter Mann in einer Eins-gegen-Zwei-Situation Arjen Robben gefoult. Zweifel am Platzverweis kamen nach der Partie allerdings trotzdem auf.

Zweifelhafter Platzverweis für Willi Orban

Wie zum Beispiel die Zeit argumentiert, sei unklar, ob Robben den eigenen Ball ohne Foul noch hätte erlaufen können, bevor er von Keeper Peter Gulacsi aufgenommen wird. Das wäre aber Voraussetzung dafür, dass Willi Orban eine klare Torchance verhindert hat und ein Grund für eine rote Karte vorliegt.

Unabhängig von der Bewertung der Situation, in der Willi Orban die rote Karte zumindest in Kauf nimmt, bleibt der Fakt, dass RB Leipzig in dieser Saison in der Fairplay-Statistik den letzten Platz belegt. Und das obwohl man nur durchschnittlich viel Foul spielt und die viertwenigsten gelben Karten erhält.

Zu viele Platzverweise trotz wenig Foulspielen bei RB Leipzig

Dafür verantwortlich sind die bereits drei Platzverweise, die RB Leipzig in der Bundesliga kassiert hat. Nach Naby Keita (rohes Spiel), Stefan Ilsanker (wiederholtes Foulspiel/ taktisches Foul) traf es nun Willi Orban (Notbremse). Dazu kommt noch die gelb-rote Karte von Naby Keita (wiederholtes Foulspiel/ taktisches Foul) im Pokal gegen Bayern München.

Bei RB Leipzig ist man sich bewusst, dass man daran arbeiten muss, Spiele künftig nicht mehr in Unterzahl bestreiten zu müssen, auch wenn Ralph Hasenhüttl nach der Partie in München noch witzelte, dass er künftig im Training verstärkt das Spiel zu zehnt üben lassen wird.

Ist RB Leipzig noch zu grün?

„Das ist fahrlässig und darf uns nicht passieren. Somit war das Spiel gelaufen“, meinte beispielsweise Marcel Sabitzer zur zweiten roten Karte in der ersten Hälfte in München im zweiten Spiel in der Mitteldeutschen Zeitung. Im letzten Dezember war Emil Forsberg schon vor der Pause wegen eines groben Fouls vom Platz geflogen. Damals verlor RB mit 0:3.

„Da musst du den halt mal laufen lassen. Robben wäre ja nicht mal zum Ball gekommen. Das müssen wir abstellen, wenn wir gegen Bayern mal gewinnen wollen“, erklärt Sabitzer weiter in Richtung seines Kapitäns Willi Orban.

Und auch Trainer Ralph Hasenhüttl sieht den Bedarf, an der Platzverweisstatistik zu arbeiten. „In diesem Jahr haben wir die ein oder andere Rote Karte zu viel bekommen. Da sind wir schon noch ein bisschen zu grün, zu ungestüm, jung und wild.”


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