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Boykottaktionen bei Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig

Eingeführt wurde in der Bundesliga in dieser Saison erstmals der Montag als regulärer Spieltermin. Als erstes werden dabei Eintracht Frankfurt und RB Leipzig in einem Montagsspiel aufeinandertreffen (19.02.2018, 20.30 Uhr). Aus beiden Fanlagern wurden nun Boykott-Aktionen angekündigt.

Bundesliga am besten nur am Wochenende

Auf Leipziger Seite rufen dabei die Rasenballisten in einem Facebook-Posting zum Boykott der Partie auf. „Bundesliga-Fußball soll für uns am Wochenende und auch nur am Wochenende stattfinden, so zumindest die Wunschvorstellung“ der Rasenballisten. Dies werde aber konterkariert durch ein Agieren der Verbände das auf die Zerstückelung des Spieltags hinausläuft.

Besonders problematisch sei, dass der Wochentermin für Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig nur vier Tage nach dem RB-Auswärtsspiel in der Europa League beim SSC Neapel liegt. „Eine Hürde, die nicht von jedem und jeder zu meistern ist. Die Arbeit, Ausbildung, Schule und Universität bringen uns in erhebliche Probleme, Beziehungen und Freundschaften leiden darunter, ebenso unser aller Alltag fernab des Fußballs.“

Rasenballisten wollen Entschlossenheit zeigen

Man hätte durchaus Wege gefunden, RB Leipzig auch bei diesem Montagsspiel zu unterstützen. „Es geht uns aber in aller Entschlossenheit darum, unseren Unmut darüber zu äußern und deutlich zu zeigen, dass wir damit ein erhebliches Problem haben und eben dafür das Protestmittel eines Boykotts nutzen.“

Zwar sei es naiv, wenn man glauben würde, „dass ein Spielboykott dazu beitragen könnte, die Montagsspiele abzuschaffen“, weil der Fußball „kapitalistischen Zwängen“ unterliegt. „Dennoch rufen wir alle dazu auf, dem Montagsspiel gegen Eintracht Frankfurt fernzubleiben und Stellung gegen die Spieltagszerteilung zu beziehen. So traurig es auch ist, die Mannschaft ohne aktiven Support allein zu lassen, so notwendig scheint uns dieser Schritt ebenfalls zu sein.“

Eintracht-Fans wollen gegen RB Leipzig schweigen

Der Partie fernbleiben wollen Ultras von Eintracht Frankfurt nicht. Allerdings hat man sich auf Seiten der Anhänger der Gastgeber offenbar zumindest zu Teilen zu einem Stimmungsboykott entschieden, wie Faszination Fankurve berichtet. „So gut wir den Reflex, das Spiel einfach generell links liegen zu lassen, auch verstehen können: Wir wollen nicht einfach fernbleiben, sondern den Verantwortlichen für diese Scheiße des Spaß verderben“, begründet man, warum man ins Stadion geht, aber schweigen will.

„So schade wir es finden, unsere Mannschaft an dem Tag nicht so unterstützen zu können, wie sie es verdient“, heißt es in der Begründung weiter. „Wir werden den Verkäufern des Fußballs an diesem 19. Februar nicht den Rahmen bieten, den sie sich erhofften, um ihr ‚Premiumprodukt‘ zu vermarkten. Dennoch halten wir es für wichtig als aktive Fanszene an diesem Tag zumindest präsent zu sein.“

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann mit Verständnis für Fanprotest

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann versteht  den Protest der Fans, kann dem Stimmungsboykott aber aus sportlichen Gründen nichts abgewinnen, wie hessenschau.de berichtet. „In der Partie gegen RB Leipzig geht es um eine Positionierung im Bereich der ersten sieben, acht Ränge. Ich bin deshalb zwiegespalten: Ich kann es verstehen, aber es wird am Ende keine positiven Auswirkungen auf die Mannschaft haben“, erklärt er zum Schweigen der eigenen Ultras.

„Es geht für uns darum, diese Stimmung aufzugreifen und zu hinterfragen, ob das Montagsspiel eine Zukunft haben kann“, sieht Hellmann aber auch ein grundsätzliches Problem mit Montagsspielen. „Wenn ich mir von Sponsoren und Fans Feedback einhole, dann ist das Fragezeichen sehr groß.“