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Ademola Lookman besteht stur auf rutschige Tor-Töppen

Besser und kurioser kann ein Debüt kaum verlaufen: Winter-Neuzugang Ademola Lookman hat RB Leipzig in (vor-)letzter Minute zum 1:0-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach geschossen. Dabei wäre das Talent beinahe über seine Schuhwahl gestolpert.

Es hätte nicht viel gefehlt und der Einstand von Neuzugang Ademola Lookman bei RB Leipzig wäre höchst peinlich verlaufen. Trainer Ralph Hasenhüttl war drauf und dran, den im Spiel bei Borussia Mönchengladbach in der 78. Minute eingewechselten Offensivmann gleich wieder vom Platz nehmen.

„Er und wir hatten Glück, dass er zum Zeitpunkt, als er das Tor geschossen hat, noch auf dem Platz stand”, sagte Hasenhüttl. „Ich wollte ihn eigentlich nach fünf Minuten wieder herunternehmen, weil er nur herumgerutscht ist in seinen Schuhen.”

Hasenhüttl über Lookman: „Dann habe ich ihn halt gelassen”

Ein ums andere Mal schlitterte Lookman auf dem seifigen Geläuf umher. Dabei hatte Hasenhüttl den Leihspieler vom FC Everton vor dem Spiel noch gewarnt, dass seine Nockenschuhe ungeeignet seien. Doch die türkisblauen Töppen sind die einzigen, die er aus England mitgebracht hatte. „Ich habe ihm schon gestern im Training gesagt, das funktioniert so nicht. Aber er wollte die nicht ausziehen. Dann habe ich ihn halt gelassen, was soll ich machen?”, sagte Hasenhüttl achselzuckend.

Und in der entscheidenden Situation hatte Lookman dann genug Standfestigkeit: Im Zentrum bedient von Naby Keita ließ die Gladbacher Defensive den 20-Jährigen kurz vor Schluss in den Strafraum dribbeln, wo er aus halbrechter Position mit einem platzierten Schuss auf den langen Pfosten ganz cool sein erstes Tor für Rasenballsport (89.) erzielte. „Nicht auszudenken, wenn er mit Stollenschuhen vorbeigeschossen hätte”, sagte Hasenhüttl lachend.

Für RB ein enorm wichtiger Treffer zum ersten Bundesliga-Auswärtssieg seit Mitte Oktober in Dortmund. Und der erste Auswärtserfolg ohne Gegentor in dieser Saison überhaupt, wie der Trainer gleich mehrfach bemerkte.

Darf Ademola Lookman seine rutschigen Glückschuhe weiter tragen?

Lookman selbst war der Rummel um ihn fast peinlich. Schüchtern lächelnd berichtete der Junge mit der Zahnspange, dass der Rasen in Deutschland anders als in England sei, „etwas rutschiger”. Als er traf und das gesamte RB-Team beim Jubel eruptierte sei das sehr emotional gewesen, „glücklich und aufgeregt” sei er: „Es war toll meine Teammitglieder in die Arme zu nehmen.”

Beim Fußballspielen auf dem Platz übrigens ist Ademola Lookman überhaupt nicht schüchtern. „Ich habe immer Selbstvertrauen, wann auch immer ich auf den Rasen gehe”, so der Youngster.

Das Spiel in der Bundesliga bezeichnet er als „technischer und cleverer” als in seiner Heimat. „Der Fußball in der Bundesliga ist für Spielertypen wie mich geeignet”, sagt er. „Ich mag Gegenpressing-Fußball, ein offensives Team hilft meinem Spiel. Die Mannschaft ist sehr jung und ambitioniert, und das hilft auch meinen Ambitionen”, sagt der gebürtige Londoner.

Fußballlehrer Hasenhüttl nahm den Mann des Tages am Tag des Erfolgs herzlich in den Arm, hat nun aber die schwere Aufgabe, mit Lookman noch einmal über seine Schuhwahl zu sprechen. Noch mochte sich der Coach nicht festlegen, ob „Mola” beim Heimspiel gegen den FC Augsburg am Freitag erneut die rutschigen Glücksstiefel tragen darf.

Statistik Borussia Mönchengladbach – RB Leipzig 0:1 (0:0)

Borussia Mönchengladbach: Sippel – Jantschke, Ginter, Vestergaard, Elvedi – Kramer, Zakaria – Herrmann (58. Cuisance), Grifo – Hazard, Stindl (C).

RB Leipzig: Gulacsi – Laimer, Orban (C), Upamecano, Klostermann – Demme (90.+4 Ilsanker) – Kampl, Keita – Sabitzer, Bruma (78. Lookman) – Werner.

Tor(e): 0:1 Lookman (89., Keita); Torchancen: 5:8; Ecken: 1:7; Schiedsrichter: Stieler (Hamburg); Gelbe Karten: Stindl (4), Jantschke (2) / Sabitzer (3), Laimer (2); Zuschauer: 49.018 im Borussia-Park Mönchengladbach. (mz)


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