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Desinteresse an Europa League ist kein RB-Phänomen

Seit Tagen stehen besonders bei RB Leipzig die zu erwartend niedrige Zuschauerzahl gegen Zenit St. Petersburg im Fokus, besonders bei den Fans anderer Clubs. Bei der Mitteldeutsche Zeitung weiß man, woran der Stellenwert der Europa League krankt.

RB verkauft mehr Tickets als der Durchschnitt

Normalerweise fehlen bei RB Leipzig die gegnerischen Fans, weil sie die Auswärtsspiele boykottieren. Oder, wie schon bei der AS Monaco und beim SSC Neapel, aus mangelndem Interesse. Denn der Zuschauerschnitt der letzten Jahre liegt in der Europaleague zwischen 16.800 und 22.000 Zuschauern. Eine Marke, die man in Leipzig am Donnerstag gerne noch knacken will.

Europa League ist finanziell unattraktiv

Für viele Gründe hatte Ralph Hasenhüttl schon Verständnis aufgebracht. Später Termin, vier Heimspiele hintereinander, ein Hinspiel, niedrige Temperaturen machen das Spiel nicht gerade attraktiv. Und das ist die Europa League für die Vereine auch nicht, zumindest finanziell. Während DFL-Boss Christian Seifert fordert, den Wettbewerb ernster zu nehmen, schüttet die UEFA für das Achtelfinale 750.000 Euro Prämie aus. Ohne ein einziges Spiel gemacht zu haben stehen zu Beginn der Gruppenphase der Champions League schon 400.000 Euro pro Club zur Verfügung.

UEFA will mehr Prämien zahlen

RB Leipzig hat stets betont, jeden Wettbewerb ernst zu nehmen. Nicht nur als Lerneffekt, sondern auch wegen der anderen Mannschaften mit teilweise großen Namen. Immerhin arbeitet man an der Attraktivität. Nun wird auch der Europa-League-Sieger im nächsten Jahr Champions League spielen und die Prämien sollen aufgestockt werden. Ob man damit aber auch mehr Fans begeistern kann, darf bezweifelt werden.

11Freunde finden das Wundern über die Zuschauerzahl „niedlich“

Nicht verwundert zeigt man sich beim RB-kritischen Magazin 11Freunde über die geringe Zuschauerzahl beim Spiel zwischen RB Leipzig und Zenit St. Petersburg. Dort glaubt man, dass er RB-Hype vorbei ist. „Die Frage ist nicht, weshalb das Spiel nur so wenige Menschen in der Stadt interessiert. Sie lautet viel eher: Wo sollen die 45.000 Menschen denn jede Woche herkommen, bei einer Mannschaft, die erst 2019 zehn Jahre alt wird? Sich darüber zu wundern, dass das Stadion gegen St. Petersburg nicht voll wird, ist fast ein bisschen niedlich.“

„Genau wie in Hoffenheim fehlt auch bei RB Leipzig die tiefe Verankerung in der Region“, so argumentiert man weiter. „Bis die Kinder, die (zumindest in der Theorie) begeistert mit dem Klub aufwachsen, alt genug sind, um nach 21:00 Uhr ins Stadion zu gehen, werden Jahre vergehen. Ja, Leipzig ist eine Fußballstadt. Leipzig ist Chemie, Leipzig ist Lok, Leipzig ist auch Roter Stern. Aber Leipzig ist nicht Red Bull. Das beweisen einmal mehr die Ticketverkäufe.“


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