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Medienmagazin „journalist“: Ralf Rangnicks Verhalten ist „erbärmlich“

Im Streit um ein Playboy-Interview mit Ralf Rangnick, das nie erschienen ist, legt das vom Deutschen Journalisten-Verband herausgegebene Medienmagazin „journalist“ (Print) nun nach. „Erbärmlich“ sei das Verhalten des Sportdirektors von RB Leipzig im Nachhinein Interviewer Thilo Komma-Pöllath in Verruf bringen zu wollen.

Hintergrund ist ein Interview mit Ralf Rangnick, das bei der Autorisierung durch Rangnick und dessen Agentur um rund ein Fünftel zusammengestrichen wurde. Insgesamt die Hälfte des Interviews wurde umgeschrieben. Dabei wurden die aus Sicht von Interviewer und Zeitschrift interessantesten Passagen gestrichen oder verändert, weswegen man sich entschied, den Beitrag nicht zu veröffentlichen.

Ralf Rangnick gibt dem Playboy ein Interview und schreibt es um

Das nach Angaben von Thilo Komma-Pöllath auf Initiative von Ralf Rangnicks Agentur zustande gekommene Interview sollte den „Bau- und Erfolgsmeister Rangnick“ und „seine wahnsinnige und in Deutschland einmalige Erfolgsgeschichte“ darstellen und „in die Tiefe“ gehen.

Von den 97 Minuten Gespräch blieb nach der Bearbeitung der Agentur allerdings nicht mehr viel übrig. „Die redigierte Fassung hat mit dem eigentlich Gesagten kaum noch etwas zu tun“, so Komma-Pöllath. Gestrichen wurden demnach Passagen mit „Fundamentalkritik an Bayern München“, humorvolle Passagen in persönlicher Sprache oder auch eine komplette Antwort zu Dietmar Hopp.

Ralf Rangnick wirft Thilo Komma-Pöllath Verstoß gegen Absprachen vor

Ralf Rangnick hatte in Antwort auf die Vorwürfe von Komma-Pöllath erklärt, dass bei dem Interview gegen Absprachen verstoßen wurde. „Ich hätte nach einer halben Stunde aufstehen und sagen müssen: Wissen sie was, so ein Interview brauchen wir nicht führen. Wir hatten andere Dinge vereinbart im Vorhinein.“ Demnach habe es ein persönliches Interview werden sollen und keines, das er so auch mit der Sportbild hätte führen können.

Genau diesem Punkt widerspricht nun „journalist“-Chefredakteur Matthias Daniel deutlich. Der „journalist“ hatte zuvor Thilo Komma-Pöllath großflächig Platz eingeräumt, um die Geschichte eines nie veröffentlichten Interviews darzustellen und Kritik an der im Fußball verbreiteten Praxis, Interviews kaputtzuautorisieren, zu formulieren.

„journalist“ findet Ralf Rangnicks Verhalten „erbärmlich“

Dabei wundert sich Matthias Daniel darüber, dass RB Leipzig erst mit einem Medienanwalt drohte, dass man gegen die Darstellung der Verein wäre an der Autorisierung beteiligt gewesen, vorgehen werde und sich Ralf Rangnick, der erklärte, er allein habe die Autorisierung zu verantworten, dann nach der „journalist“-Veröffentlichung doch äußerte und darüber, dass der Sportdirektor ein Interview zu Ende führt, das er nach einer halben Stunde abbrechen hätte sollen.

„Aber wirklich erbärmlich ist es“, so Matthias Daniel weiter, „dass Ralf Rangnick versucht, mit seiner Aussage den Interviewer Thilo Komma-Pöllath in Verruf zu bringen, indem er ihm Wortbruch unterstellt. Wir widersprechen dem. Und laden Herrn Rangnick gerne ein, sich bei uns über die tatsächliche Korrespondenz zwischen Autor und Rangnicks PR-Agentur zu informieren.“ Dass Ralf Rangnick die Einladung annimmt, ist angesichts der Verstimmungen nicht anzunehmen.


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