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Testspiel-Absage gegen Babelsberg wird zum Politikum für RB

Fans von RB Leipzig mit einem T-Shirt von "Nazis raus! aus den Stadien". Foto: imago

Fans von RB Leipzig mit einem T-Shirt von „Nazis raus! aus den Stadien“. Foto: imago

Viele Fans von RB Leipzig waren überrascht, als ihr Verein dem SV Babelsberg 03 ein Testspiel zusicherte, das dem antirassistisch engagierten Club finanziell zugute gekommen wäre. Die Gründe für die Absage kurze Zeit später bleiben unklar, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

Woran scheiterte der Termin?

Beide Vereine hatten zunächst geäußert, dass kein Termin für die geplante Partie in der Sommervorbereitung gefunden werden konnte. Unter den Anhängern wurde die Ansetzung aber auch deswegen diskutiert, weil auf Seiten der Babelsberger Kritik laut wurde, dass man sich ausgerechnet von einem Verein helfen lässt, den die aktive Fanszene ablehnt. In dem Vorwurf schwingt mit, dass sich RB Leipzig zwar im Rahmen von Kampagnen werbewirksam gegen Rassismus positioniert, aber auch den eigenen Fans politische Botschaften im Stadion untersagt.

RB Leipzig sucht nach seiner Position

Diese etwas indifferente Haltung legt auch eine Aussage aus dem Babelsberger Umfeld nahe, laut der RB Leipzig gerne gespielt hätte, aber ohne das entsprechend gewünschte gesellschaftspolitisches Statement. In Leipzig entgegnet man derlei mit einem Verweis auf die laufenden Projekte und Engagements: „RB Leipzig tritt rassistischen und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen. Diese Haltung wird durch diverse Projekte und Engagements zum Ausdruck gebracht“, so ein RB-Sprecher. Darüber hinaus, so erfuhr die Mitteldeutsche Zeitung, werden die offiziellen Fanclubs von RB Leipzig in nächster Zeit ein Schreiben des Vereins enthalten. Darin will man die Frage beantworten, wie sich der Verein gesellschaftlich und politisch verortet.