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Chefcoach Ralph Hasenhüttl auf der Pressekonferenz bei RB Leipzig. Symbolfoto: imago

Chefcoach Ralph Hasenhüttl auf der Pressekonferenz bei RB Leipzig. Symbolfoto: imago

Boykott des Montagsspiels: Hasenhüttl empfiehlt Ticketrückgabe

Leipzigs Cheftrainer Ralph Hasenhüttl hatte allen Fans, die das Montagsspiel gegen Bayer Leverkusen boykottieren wollen, empfohlen, ihre Tickets „weiterzureichen“. Er sagte: „Das Publikum ist enorm wichtig für unseren Erfolg. Es wäre fatal, in einer so wichtigen Partie, auf den Support verzichten zu müssen.“

Die Idee mit der Ticketrückgabe ergab sich auf eine Nachfrage zu dem geplanten Stimmungsboykott vieler aktiver Fans von RB Leipzig in der 1. Halbzeit der Partie gegen den unmittelbaren Konkurrenten um die Europapokal-Plätze. Viele Fans lehnen die fünf Montagsspiele ab, weil sie die Kommerzialisierung der Bundesliga auf Kosten von arbeitenden Fans vorantreibe.

Zeitpunkt des Protestes für Verein problematisch

Hasenhüttl zeigte für diese Haltung teils Verständnis („Nicht jedermann ist es möglich, Montagabend durch die Republik zu einem Spiel zu fahren“), aber er hält den Zeitpunkt des Protestes für falsch. Deshalb appelierte an die 80 Prozent der Fans, die den Boykott ablehnen „die anderen 20 Prozent beim Stimmungsmachen mitzunehmen. Oder ich appelliere an die 20 Prozent, ihre Karte weiterzureichen an jemand anderen, der Lust hat, am Montag ein Spitzenspiel zu sehen.“

Der Österreicher begründete dies mit der entscheidenden Phase in der Liga: „Die Mannschaft braucht in einem so wichtigen Spiel Unterstützung. Das Publikum ist enorm wichtig für unseren Erfolg. Es wäre fatal, auf den Support verzichten zu müssen.“ Deshalb könne er „den Protest nur bedingt nachvollziehen. Nicht bei einem Heimspiel. Es sind fünf Montagsspiele angedacht. Eine Spur weit profitieren wir in der Liga davon, dass wir einen Tag länger Pause haben. Alle Klubs haben sich dafür ausgeprochen. Es ist so, dass die DFL auch sehr wohl auf uns, sprich die letzte deutsche Mannschaft in der Europa League, Rücksicht nimmt.“

RB mit offenem Brief an protestierende Fans

Die DFL hat signalisiert, dass sie im Falle eines Weiterkommens für die Sachsen einen Ausnahme erwägt. Hasenhüttl sagte dazu: „Sollten wir Marseille überstehen, haben wir sogar die Ausnahmesituation, dass wir am vorletzten Spieltag als einzige Mannschaft am Sonntag ran dürfen. Ich finde, dass ist ein guter Konsens zwischen den Klubs und der DFL. Es sollen ja auch nicht mehr Spiele werden.“

Vor Hasenhüttl hatte sich auch der Verein an die protestierenden Fans gewandt. In einem offenen Brief drückten die RB-Verantwortlichen ihre Hoffnung aus, dass der Protest ausbleibt.