Seite neu laden
-

Werder Bremen wartet: RB Leipzig muss Marseille schnell abhaken

Ralph Hasenhüttl muss RB Leipzig nach der großen Enttäuschung schnell wieder Lust machen auf Fußball. Denn mit Werder Bremen erwartet die Mannschaft eine denkbar schwere Aufgabe, wie der RB-Coach am Freitagabend verriet.

Hasenhüttl: „Ausgangsposition könnte unterschiedlicher kaum sein“

Dafür verantwortlich ist RB in erster Linie selbst, weil es zuletzt zwei heftige Niederlagen setzte, die am Selbstbewusstsein nagen. Zudem hat Hasenhüttl im Grunde keine Zeit zu trainieren, am Samstag gab es nochmal ein „Treffen auf dem Platz“. Auf dem Programm steht nicht viel mehr, als den Stand der Verletztenliste abzugleichen, die immer länger wird.

Werder hingegen ist ausgeruht und mittlerweile in Form. Aus den letzten sechs Spielen holte die Mannschaft von Florian Kohfeldt starke 13 Punkte und liegt auf einem recht gesicherten Platz zwölf. „Die Ausgangsposition könnte kaum unterschiedlicher sein. Werder Bremen hatte drei freie Tage, wir haben zwei Mal in 90 Minuten neun Gegentore kassiert, zwei schöne Abreibungen bekommen und fahren nach Bremen wie ein angeschlagener Boxer“, fasste Hasenhüttl zusammen.

Kaum Zeit für die Vorbereitung auf Werder Bremen

Kaum Zeit, das soll in Leipzig nicht als Ausrede gelten, denn den Ansprüchen der Doppelbelastung stellt man sich. Aber so kann der Trainer eben wenig reagieren, wenn die Mannschaft den Rhythmus noch nicht vollstämdig verinnerlicht hat. „Es wäre schön, wenn man im Training mal etwas ändern, etwas probieren könnte“, so der RB-Coach vor dem Spiel in Bremen.

In Marseille versuchte er es mit der Variante, die RB erfolgreich gegen Bayern gespielt hatte. Etwas anderes blieb ihm auch kaum übrig, mit bekanntem Ausgang. Improvisieren und auf Gelerntes setzen, das wird auch am Sonntag die Marschroute sein. „Wir müssen uns einfach zusammenrotten und es gegen Bremen, wo wir letztes Jahr auch nicht überzeugt haben, besser machen. Abschreiben sollte man uns aber nicht, wir können schon noch kämpfen“, so sollen einfache Tugenden wieder zählen.

RB Leipzig muss das Ausscheiden verarbeiten

Aber auch mental ist es keine einfache Situation, denn das Halbfinale war zu greifen nah. Und man bekam zuletzt in zwei Spielen neun Gegentore. „Keiner ist vor drei, vier Uhr eingeschlafen. So eine Kulisse verarbeitet man nicht sofort“, so Hasenhüttl über die Nachwehen von Marseille. Aber am Sonntag sieht die Welt anders aus, weiß der Österreicher. „Im Moment ist es noch etwas undenkbar, aber wir versuchen, einen Sieg zu holen. Wir haben es schon oft geschafft, trotzdem wieder in die Erfolgsspur zu finden“, ließ er trotz der trüben Laune am Ende Zuversicht durchblicken. Das Hinspiel ging 2:0 für RB Leipzig aus, auch wenn Hasenhüttl nicht mit der Spielweise zufrieden war. Am Sonntag wird er das Ergebnis unabhängig vom Spielverlauf wohl mit Handkuss nehmen.