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„Marseille war der Knackpunkt!“ RB-Coach benennt Gründe für die Ergebniskrise

Viel ist in den vergangenen Wochen gerätselt wurden, wieso RB Leipzig nicht mehr gewinnen kann. Trainer Ralph Hasenhüttl hat darauf erstmals eine Antwort gegeben. Er hält das Aus in der Europa League gegen Marseille für maßgeblich mitschuldig.

RB verlor bei Olympique 2:5, stand aber nach dem 1:0 im Hinspiel und der frühen Führung sowohl dem zwischenzeitlichen 2:3 zwei Mal im Halbfinale, schied am Ende aber aus. Ein Bruch sei in den Köpfen seiner Spieler damit entstanden, erklärte Hasenhüttl am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg.

Leere im Kopf

„In dieser Partie ist etwas gestorben an Bereitschaft, unser Tor zu verteidigen“, sagte der Österreicher. „Wir haben in Marseille ein sehr enges Spiel verloren. Mit diesem Ausscheiden ist bei den Spielern mental ein Bruch entstanden. Ich habe unter der Woche mit dem einen oder anderen Spieler Einzelgespräche geführt und auf den Leistungsabfall angesprochen. Und die Jungs haben mir bestätigt, dass bei ihnen seither eine Leere da ist.“

Diese Leere macht der 50-Jährige mitverantwortlich für die aktuelle Ergebniskrise, die sich vor allem an den vielen Gegentoren ablesen lässt. 18 waren es in fünf letzten Partien. „Insgesamt ist die Anzahl der Torschüsse, die wir zugelassen haben, nach oben gegangen. Das hat was mit der Rückwärtsbewegung zu tun, mit Mentalität, der Bereitschaft, den einen Schritt auch nach hinten zu tun.“ Alles eine Kopfsache eben.

Wege, die extrem wehtun

Hasenhüttl weiter: „Vorn sich zu zeigen, das haben viele auch in den letzten Spielen getan. Nach hinten alles reinzusetzen, um zu verteidigen, hat auch funktioniert – aber eben nur eine gewisse Zeit.“ Sobald dann „irgendwas Negatives“ passiert sei, so wie der Elfmeter gegen RB im jüngsten Spiel in Mainz (0:3), „wurde das immer weniger. Ich glaube, dass wir da momentan die größten Defizite haben. Es gehört sehr viel Wille dazu, die Wege nach hinten zu gehen, wenn du in Rückstand bist, denn sie tun extrem weh.“

Aber es geht nicht anders. RB ist Tabellensechster. Wollen die Sachsen sich wieder für den Europapokal qualifizieren, müssen sie beide ausstehenden Partien, das zweite in Berlin, bestenfalls gewinnen. Aber wie? Mit zwei gesperrten Schlüsselspielern (Forsberg, Keita) und drei Langzeitverletzten (Laimer, Halstenberg, Sabitzer), sowie einem Kader, der leer im Kopf scheint?

„Das sind wir den Fans schuldig“

Hasenhüttl setzt auf die Macht der Erkenntnis. Jetzt ist es raus, der „Knackpunkt“ bestimmt. Die Spieler konnten drüber reden, und reden hilft in der Not immer. „Wir brauchen jetzt einfach mal einen Sieg“, sagte der Coach. „Aber der ist nach so einer Durststrecke der allerschwerste. Um den zu holen, werden wir am Samstag eine enorme Energieleistung brauchen.“

Aber: „Der werden wir uns stellen. Und wir werden gemeinsam mit den Zuschauern versuchen, diesen einen Sieg zu landen. Denn die Fans haben uns unglaublich unterstützt und uns durch das eine oder andere Tal geholfen. Wir wollen dafür sorgen, dass wir am Ende der Saison etwas zu feiern haben.“ Zwei Siege eben, Europa-League-Qualifikation gesichert, im besten Falle direkt.