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Drei Akteure von RB Leipzig bei deutsch-russischem „Friedensspiel“

Die Fußballer haben rote Nelken mitgebracht. Unter einer riesigen Fackel im „Saal des Soldatenruhms“ im südrussischen Wolgograd, dem früheren Stalingrad, legen deutsche und russische U18-Nationalspieler die Blumen nieder. Unter ihnen auch Kilian Ludewig, Niclas Stierlin und Elias Abouchabaka von RB Leipzig.

DFB-Nachwuchs begreift Mahnmal als Ort der Verständigung

Es ist ein Ort, der Ehrfurcht gebietet, ein Ort des Schweigens, der an den Tod Hunderttausender Soldaten im Zweiten Weltkrieg erinnert. Aber für die Nachwuchskicker ist das Mahnmal nun auch ein Ort der Verständigung. Es ist eine außergewöhnliche Einstimmung auf ein Freundschaftsspiel wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

8. Mai 2018, Wolgograd: Symbolträchtiger könnte es für ein deutsch-russisches Fußballspiel kaum sein. Das Datum steht für das Ende des Weltkrieges. Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht, die Waffen schwiegen ab 23.00 Uhr MEZ – in Moskau war es da allerdings durch die Zeitverschiebung schon 1.00 Uhr morgens. Deshalb feiert Russland am 9. Mai den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“, in dem mehr als 20 Millionen Sowjetbürger ums Leben kamen.

Doch bevor auch in diesem Jahr am 9. Mai in Moskau zur Siegesparade wieder Panzer über den Roten Platz rollen, traf sich der U18-Nachwuchs der früheren Kriegsparteien zum „Friedensspiel“ in Wolgograd. Dem Ort, an dem sich ihre Urgroßväter einst bekämpften. Fußball auf dem früheren Schlachtfeld. Sie selbst sind Jahrgang 2000, den Krieg kennen sie nur aus Büchern und Filmen.

Demonstration von Fair Play und Respekt

Es sei wichtig, das Erinnern und Versöhnen zu demonstrieren, sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel. „Wir möchten, dass die jungen Leute genau an diesem Ort und genau in diesem historischen Zusammenhang einen Weg finden, gemeinsam Fair Play und Respekt zu zeigen.“

Das „Friedensspiel“ im WM-Spielort Wolgograd, das die deutschen Junioren im Zenit-Stadion 3:1 (2:0) gewannen, war der Höhepunkt einer deutsch-russischen Fußballwoche, zu der Grindel mit einer Delegation angereist war. Gespräche mit russischen Offiziellen standen auf dem Programm. Grindel will sich für einen reibungslosen Ablauf für die Fans bei der WM einsetzen, und er will Brücken bauen.

Kilian Ludewig von RB Leipzig hält Frieden nicht für selbstverständlich

Interesse geweckt und Eindruck gemacht hat die Reise nach Russland auch bei den deutschen U18-Spielern. Nach einem Besuch der Gedenkstätte in Wolgograd sagte Angreifer Kilian Ludewig von RB Leipzig, es sei ein großes Glück, in Frieden aufwachsen zu können. „Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, haben wir heute nochmal vor Augen geführt bekommen.“

Beim 3:1 gegen das russische U18-Team spielten auf deutscher Seite Kilian Ludewig und Elias Abouchabaka durch. Niclas Stierlin wurde nach einer reichlichen halben Stunde ausgewechselt. Ex-RBLer Nicolas Kühn, der im Winter zu Ajax Amsterdam gewechselt war, schoss die Tore zum 2:0 und 3:1 und war auffälligster Offensivspieler.

(DPA | RBlive)


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