Seite neu laden

Timo Werner bekommt von Cihan Yasarlar die IF-Karte für sein Upgrade bei FIFA Ultimate. Foto: twitter.com/dierotenbullen

Werner und Yasarlar: „Adrenalin sorgt für den Fokus“

Von außen betrachtet haben Timo Werner und Cihan Yasarlar nicht viel gemeinsam, auch wenn es bei beiden Profis von RB Leipzig viel um Fußball geht. Im Interview mit dem Red Bull Magazin sprechen eSportler Yasarlar und Bundesligastar Werner vor allem über Adrenalin.

Adrenalin sorgt für den Fokus

Ob an der Konsole mit einem Controller in der Hand oder auf dem Rasen mit dem Ball am Fuß – beide Sportler sind voll konzentriert auf dem Moment. „Dein Körper reagiert in dieser Extremsituation eher instinktiv als rational. Lücken in der Abwehr oder freistehende Mitspieler erkennst du binnen Millisekunden“, weiß Werner. Die Konzentration haben beide nicht unbedingt in der Schule gelernt. Adrenalin regele das automatisch, wenn man vor 50.000 im Stadion aufläuft. Und auch wenn Yasarlar um sich herum kein Stadion weiß, sondern FIFA18 einfach mit Kopfhörern zockt: „Dafür schauen Hunderttausende online zu – das habe ich jederzeit im Hinterkopf.“ Aber um wirklich fokussiert sein zu können, brauche man vor allem eines: „Leidenschaft für das, was du tust. Es war immer mein Traum, Fußballprofi zu werden“, so Werner.

Keine Chance für den virtuellen Timo Werner

Mittlerweile schießt er seine Tore in der Bundesliga und darf bei seinem ersten großen Turnier mit der Nationalmannschaft ran. Und dementsprechend kann man auch bei FIFA18 mit dem virtuellen Timo Werner kicken. Das würde er selbst aber nie tun. „Da würde ich mich viel zu sehr aufregen, wenn der virtuelle Timo nicht trifft oder einen entscheidenden Fehlpass spielt.“ Trotzdem hat auch Werner schon in der Jugend ein bisschen gelernt, welche Knöpfe auf der PlayStation zu drücken sind. Zwei, drei Stunden am Tag, „dann haben meine Eltern an die Tür geklopft“, so Werner. „Aber Cihan, so gut, wie du spielst, haben deine Eltern wahrscheinlich nicht geklopft, oder?“, richtet er die Frage an Yasarlar.

Yasarlar: Im Ultimate-Modus mit den weltbesten messen

Aber auch der lässt online die Finger vom virtuellen Timo Werner, aus gutem Grund: Im Ultimate-Modus kann er auf der Konsole aus den weltbesten Spielern aller Zeiten wählen. „Das bedeutet, ich stelle mir die elf besten Spieler der Welt zusammen – inklusive Legenden wie Patrick Vieira, die im wahren Leben schon lange nicht mehr auf dem Platz stehen, virtuell aber überragende Wertungen haben. In diesen Sphären befindet sich leider noch kein Spieler von RB Leipzig“, so der Profizocker.

Werner: Anrufe und Whatsapp-Nachrichten nach FIFA-Update

Werner steigt aber auch in der FIFA-Wertung. Und das entgeht sogar weniger Freunden, als seine Leistungen im echten Leben. „Nach meinem ersten Bundesliga-Einsatz oder meinem ersten großen Vertrag hat sich kaum einer gemeldet. Aber als der Score des virtuellen Timo Werner in FIFA 18 auf über 80 aufgewertet wurde, kamen ohne Ende WhatsApp-Nachrichten.“ Beachtliche Stationen der noch kurzen Karriere des 22-Jährigen. In der er bereits viel erlebt hat, auch die negativen Seiten.

Auch Cristiano Ronaldo ist beim Strafstoß nervös

Deswegen ist er eigentlich kaum noch nervös. „Irgendwann habe ich kapiert: Selbst wenn ich eine hundertprozentige Chance vergebe, verliere ich nicht gleich meinen Stammplatz. Anders ausgedrückt: Ich weiß, ich kann mich darauf verlassen, dass ich ein guter Fußballer bin, weil ich es schon oft bewiesen habe.“ Aber trotzdem gibt es den einen Moment, „wenn wir das letzte Mal einen Kreis gebildet haben und auf unsere Positionen laufen – da rutscht mir manchmal das Herz in die Hose. Am meisten hilft dann aber Bewegung. Sobald der Ball rollt, laufe ich Vollgas den Gegner an, dann verdrängt Energie die Nervosität.“ Das sei bei Weltstars wie Ronaldo aber eben nicht anders, „aber dann atmet er einmal durch und zimmert den Ball in den Winkel.“