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Oliver Mintzlaff: Bei Hasenhüttl-Trennung „nicht das beste Bild abgegeben“

Oliver Mintzlaff hat sich selbstkritisch zur Trennung von Trainer Ralph Hasenhüttl Mitte Mai geäußert. „Wir alle – Ralf Rangnick, Ralph Hasenhüttl und ich – haben im gesamten Verlauf dieser Diskussion sicherlich nicht das beste Bild abgegeben“, erklärt er der Geschäftsführer von RB Leipzig im Interview mit dem Magazin Socrates (Print).

Oliver Mintzlaff weiß Rangnick-Übernahme als Trainer zu schätzen

Dabei nimmt Mintzlaff vor allem die Tatsache in die Blick, dass die Beteiligten zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichen Ansichten an die Öffentlichkeit gingen. „Als wir verlängern wollten, wollte Ralph Hasenhüttl nicht. Dann wollte Ralph Hasenhüttl verlängern, wir nach einer mühsamen zweiten Saisonhälfte aber erstmal abwarten.“ Er könne aber verstehen, dass für Hasenhüttl eine Zusammenarbeit ohne Vertragsverlängerung „ausgeschlossen“ war.

Dass Ralf Rangnick die Verantwortung für die kommende Saison übernimmt, wisse Oliver Mintzlaff „zu schätzen“. Der Sportdirektor passe auch deswegen gut auf den RB-Trainerstuhl, weil er alle Spieler des Kaders selbst verpflichtet hat und dabei überzeugt war, dass sie „zu unserer Philosophie passen“. Zudem habe er mit Jesse Marsch einen Co-Trainer an seiner Seite, der „extrem viel amerikanisches Teamgefühl“ einbringt und nachgewiesen hat, dass er mit jungen Spielern arbeiten kann.

Oliver Mintzlaff will in die Champions League statt in die Europa League

Bei der Entscheidung für Rangnick habe man sich auch gegen andere Kandidaten entschieden. „Die 15 Trainer, die bitte, bitte gesagt haben, haben nicht zu unserem Klub und unserer Philosophie gepasst.“ In diese Philosophie passte dagegen Julian Nagelsmann offenbar sehr gut. Dass dessen Name über der kommenden Saison herumgeistert, glaubt Oliver Mintzlaff aber nicht. „Mit der frühzeitigen Bekanntgabe der Verpflichtung von Julian Nagelsmann ist das Ding abgefrühstückt.“ Man konzentriere sich voll auf die „bevorstehende Saison, die für uns alles andere als eine Übergangssaison ist.“

In der Saison unter Ralf Rangnick wolle man sich wieder für Europa qualifizieren. Wenn man nicht erneut in die Europa-League-Quali müsste, „wäre es tabellarisch ein Fortschritt. Aber allen hier ist klar, dass die Champions League deutlich attraktiver ist, allein schon finanziell. Von daher ist es der Wunsch zeitnah erneut in der Königsklasse dabei zu sein.“

Mintzlaff mit unbequemen Entscheidungen bei RB Leipzig, aber gutem Gehalt

Für dieses Ziel arbeitet auch Oliver Mintzlaff selbst sehr intensiv und wird in der kommenden Saison noch stärker Aufgaben aus dem Bereich von Sportdirektor Ralf Rangnick mitübernehmen müssen. Als Klubchef müsse er „die eine oder andere unbequeme Entscheidung treffen“, wie zum Beispiel bei Preiserhöhungen, was nicht gerade zu einem hohen Aufkommen an Fanpost beitrage. Dabei glaubt Mintzlaff, dass „Reibung Fortschritt erzeugt“, wenn denn die Diskussionen im Verein auf einer „konstruktiven Ebene“ geführt werden. Als „Vorreiter“ der Bundesliga sieht er sich und RB Leipzig allerdings nicht. Man mache „Dinge nicht bewusst anders“, vielmehr setze man „alles daran, den für uns richtigen Move zu machen“ und diesen „konsequent umzusetzen“.

Angst davor, dass ihn der Job bei RB Leipzig überlastet, hat Oliver Mintzlaff nicht, auch wenn er „kräftezehrend“ ist. „Generell erfordert die Arbeit hier viel Engagement – nicht nur von mir, sondern vom gesamten Team auf und neben dem Platz.“ Man bekomme aber auch viel zurück, „weil man selbst Teil dieser Erfolgsgeschichte ist. Mir gibt es viel Energie und Motivation, wenn ich weiß, dass ich in meinem Job extrem viel gestalten kann.“ Dieses Gestalten bestimme einen „Großteil meines Lebens“, aber die Bezahlung sei gut. „Und wer viel verdienen will, muss auch viel arbeiten.“


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