Seite neu laden
-

Arbeitsteilung im Tor: Yvon Mvogo ist Leipzigs Donnerstags-Keeper

Ralf Rangnick hat nach dem 3:1 (1:0) gegen Universitatea Craiova verraten, wie er sich die Rollenverteilung im Tor vorstellt. Yvon Mvogo könnte davon profitieren. Von Ullrich Kroemer.

Yvon Mvogo konnte das Strahlen in seinem Gesicht nicht unterdrücken. Zwar hatte der Schweizer wegen einer Unachtsamkeit seiner Vorderleute in den letzten Sekunden der Europa-League-Qualifikationspartie gegen Craiova noch das 1:3 gefangen. „Wir hatten den Kopf schon in der Garderobe. Man darf solche Gegner nie unterschätzen”, mahnte er und forderte: „Wir müssen mehr präsent sein, auch am Schluss. Das müssen wir korrigieren.”

Yvon Mvogo: „Nicht noch eine Saison wie die letzte”

Doch vor allem war der 24-Jährige glücklich – über den Sieg und mehr noch darüber, dass er auf dem Feld stehen durfte. Es war nach seinem verkorksten Einstand in der vergangenen Saison gegen Augsburg (0:1) erst sein zweites Pflichtspiel für Rasenballsport.

„Ich wollte nicht noch einmal eine Saison erleben wie die letzte”, berichtete er. „Ich hatte mit dem Trainer gute Gespräche. Er hat mir Sachen gesagt, die mir gefallen haben. Deswegen bin ich hiergeblieben.”

Rangnick: „Haben drei richtig gute Keeper”

Kurz darauf konkretisierte Rangnick: „Wir werden in den beiden Wettbewerben in unterschiedlichen Teams spielen. Ich habe Yvon gesagt, dass er die Spiele donnerstags macht und dass Pete die Spiele am Wochenende in der Bundesliga und im Pokal bestreitet, sodass beide einen gewissen Rhythmus haben.”

Im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung konkretisiert Rangnick: „Ich habe Yvon nicht gesagt, dass die Chancen auf einen Stammplatz 50 zu 50 sind. Aber ich sehe ja im Training, welches Potenzial er hat. Das gilt auch für Marius Müller. Wir haben drei richtig gute Keeper.” Und: „Ich habe allen in Aussicht gestellt, dass ich auch im Tor für Wechsel zwischen den Wettbewerben offen bin.”

Auch Marius Müller bleibt

Auch Marius Müller komme trotz Position drei im Tor eine wichtige Rolle zu, so der Trainer. Rangnick sagte der MZ: „Marius hat klar zu mir gesagt, dass er erstmal bleiben möchte und auch zu schätzen weiß, wie die Bedingungen hier sind. Ich habe nichts dagegen. Es kann sich jemand verletzten und dann hast du plötzlich eine völlig andere Situation.” Doch Gewinner der Vorbereitung ist zunächst Mvogo, den Rangnick 2017 für fünf Millionen Euro von den Young Boys Bern geholt hatte.

Mvogo: „Glück muss man provozieren”

Gegen Craiova hatte Mvogo eine brenzlige Situation zu überstehen, als er nach einem Fehler von Saracchi fast bis zur Mittellinie aus seinem Tor herausstürmen musste und den Ball mit Glück mit dem Oberschenkel klärte. „Ich musste einfach Risiko nehmen. Okay, ich hatte ein bisschen Glück. Aber Glück muss man provozieren. Wir spielen einfach nach vorn, da muss der Goalie mitmachen”, sagte er. Beim Gegentreffer von Ivan Maric, der den Ball aus kurzer Distanz volley abnahm, hatte Mvogo keine Chance.

Der Mann mit Kameruner Wurzeln hätte an diesem Abend in der Mixed Zone wohl gern noch weiter berichtet, doch Rangnick rief zur Teambesprechung in die Kabine. Und dafür fehlte nur noch Mvogo – Leipzigs Donnerstags-Keeper.