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Laute Kabinenpredigt: Rangnick weckt lethargisches Pokal-Team

Außer ihm war in der ersten Halbzeit keiner kampfeslustig: Ralf Rangnick hat die Hörner auf (Foto: imago).

Außer ihm war in der ersten Halbzeit keiner kampfeslustig: Ralf Rangnick hat die Hörner auf (Foto: imago).

RB Leipzig hat beim 3:1 (0:1) in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Viertligist FC Viktoria Köln bis zum Schluss zittern müssen. Vor allem die erste Hälfte war an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Das ärgerte auch Trainer Ralf Rangnick. Von Ullrich Kroemer, Köln.

Rangnick sauer: „Alle falschen Mittel gewählt”

RB Leipzigs  Trainer Ralf Rangnick hat in der Halbzeitpause die Dezibelzahl seiner Ansprache zum ersten Mal in dieser Saison deutlich anheben müssen, um seine Spieler zu erreichen. „In der ersten Halbzeit haben wir so ziemlich alle falschen Mittel gewählt, die man gegen einen so tief stehenden und gut organisierten Gegner wählen kann”, ärgerte sich der Coach.

Das Ergebnis der harmlosen Ballschieberei sowie des brotlosen Kombinationsspiels: RB brachte in den ersten 45 Minuten keinen einzigen nennenswerten Torschuss zustande. „Es war wichtig, dass das jeder versteht, deswegen war es auch laut”, sagte Rangnick. „Wir konnten unmöglich so weiterspielen. Es ist unsere Aufgabe als Trainer, auch mit Nachdruck darauf hinzuweisen, wie wir spielen wollen in der zweiten Hälfte.” Er habe seinem Team „klar gesagt, welche Mittel wir von vornherein anwenden wollten. Dazu gehören auch mal lange Bälle auf Yussuf Poulsen, so wie vor dem 1:1.”

Emil Forsberg: „In der ersten Hälfte schlechten Fußball gespielt.”

Das merkten auch die Spieler. Selbstkritisch sagte Emil Forsberg: „Wir haben in der ersten Hälfte schlechten Fußball gespielt, zu langsam agiert, viele Fehler gemacht und Konter gekriegt.”

Und Rangnicks erste Kabinenpredigt dieser Saison in der engen Umkleide im kleinen Kölner Waldstadion am Höhenberg in der Merheimer Heide fruchtete. „Ralf Rangnick ist laut geworden in der Kabine. Das war genau das, was wir gebraucht haben”, sagte Forsberg.

Auch die Einwechslungen von Marcelo Saracchi für Konrad Laimer und Kevin Kampl für Stefan Ilsanker sowie eine Systemumstellung auf 4-3-3 belebten das RB-Spiel eine halbe Stunde lang. „Beide Wechsel haben dazu beigetragen, dass es in der zweiten Hälfte ganz anders aussah. Das war dann okay, das haben wir dann zielstrebig und gut gespielt”, lobte Rangnick. „Es war wichtig, dass wir nicht nur Handball um den Strafraum herum, sondern auch in der Box gespielt haben.”

Doch nach der Roten Karte für den bis dahin guten Marcelo Saracchi (77.) brach das RB-Spiel wieder in sich zusammen, sodass der Regionalligist sogar noch Chancen zum Ausgleich hatte. Auch das kann dem Trainer eine Woche vor dem Start der Bundesliga am Sonntagabend bei Borussia Dortmund nicht gefallen haben.