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„Steine”-Banner auf der Südtribüne trübt entspannte Stimmung in Dortmund

„RB verleiht Flügel – auch Steinen” (Foto: imago).

„RB verleiht Flügel – auch Steinen” (Foto: imago).

Die Stimmung beim Auswärtsspiel von RB Leipzig bei Borussia Dortmund (1:4) war deutlich weniger aggressiv als bei den vergangenen beiden Begegnungen in Dortmund. Nur eine Ultragruppe scherte aus und erinnerte mit zwei geschmacklosen Bannern an die Attacken im Februar 2017. Aus Dortmund berichtet Ullrich Kroemer.

Es ist gerade anderthalb Jahre her, da war die Südtribüne im Dortmunder Stadion voller Hass-Plakate gegen RB Leipzig. Zuvor war die Situation vor dem Stadion eskaliert, als einige Hundert Dortmunder die anreisenden Leipziger attackierten.

Diese Aggression gegen RB ist glücklicherweise Geschichte. Nachdem es auch in der vergangenen Saison noch einen Fanmarsch gegen RB mit jeder Menge Ablehnung gegeben hatte, war die Situation an diesem Sonntagabend vergleichsweise entspannt. Als Stadionsprecher Norbert Dickel die Aufstellung der Gäste aus Leipzig verlas, gab es nur harmlose Pfiffe. Kein Vergleich zur Lautstärke und Aggressivität der vergangenen beiden Spiele.

Nur vereinzelt übten Fans auf der Südtribüne Kritik an RB. In einem großen Blockbanner kündigten die BVB-Ultras auch weiterhin „null Toleranz” gegenüber RB an. Was immer auch das heißt. Doch gegen vernünftig geäußerte Kritik ist schließlich nichts einzuwenden.

Über das Ziel hinaus schoss ein Banner der Ultragruppierung Jubos. Dort stand: „RB verleiht Flügel – auch Steinen.” Eine geschmacklose Legitimierung der Steine-Werfer vom Februar 2017. Auf einem weiteren Plakat stand nicht weniger geschmacklos: „Frauen und Kinder zuerst”. Eine Anspielung darauf, dass bei den Randalen auch Frauen und Kinder angegriffen worden waren. Zwei Plakate, die sich die Dortmunder Ultras hätten sparen können und die nicht zum sonst fairen Empfang für RB Leipzig passten.