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RB Leipzig fehlt es an Balance und Effizienz

Lange Gesichter bei RB Leipzig: Ralf Rangnick inmitten seiner enttäuschten Spieler nach dem Remis gegen Düsseldorf (Foto: imago).

Lange Gesichter bei RB Leipzig: Ralf Rangnick inmitten seiner enttäuschten Spieler nach dem Remis gegen Düsseldorf (Foto: imago).

Nur ein Punkt aus den ersten beiden Spielen. Auch wenn da das schwere Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund dabei war, verlief der Saisonstart für RB Leipzig enttäuschend. Vor allem das Unentschieden gegen Düsseldorf war nicht eingeplant und führte zum schlechtesten Start in der Geschichte des Vereins. Bisher waren drei Unentschieden zu Beginn der Saison unter Tomas Oral in der Regionalliga 2010/2011 das schlechteste Ergebnis.

RB Leipzig schießt aus allen Rohren, bleibt aber ungefährlich

Auffällig vor allem, dass Aufwand und Ertrag in keinem positiven Verhältnis zueinander stehen. 36 Torschüsse hat RB Leipzig in zwei Spiele bereits abgegeben. Nur der FC Bayern München kommt mit 40 Torabschlüssen auf mehr Versuche. Heraus kamen für RB Leipzig dabei aber lediglich zwei Tore. Zwölf Schüsse mehr als Dortmund und Hannover hatte man in zusammengenommen zwei Spielen, kassierte aber drei Tore mehr. Schon gegen Luhansk konnte man in zwei Spielen aus 60 Torschüssen nur drei Tore erzielen.

Das Missverhältnis wird besonders deutlich, wenn man die Qualität der Torabschlüsse betrachtet. Während das Torschussverhältnis mit 36:24 nach zwei Spielen für RB Leipzig spricht, gingen nur 14:13 Torschüsse auch auf das gegnerische Tor, zwangen den gegnerischen Torhüter also zum Eingreifen oder wurden zu einem Torerfolg. Bei Großchancen, also Chancen, bei denen ein Spieler allein vor dem Torhüter auftaucht, ist das Verhältnis mit 6:7 sogar leicht negativ.

Balance und Effizienz stimmen bei RB Leipzig nicht

Das spricht dafür, dass RB Leipzig mit dem Spielsystem unter Ralf Rangnick noch nicht perfekt zurecht kommt. Das höhere Verteidigen und aggressivere Anlaufen in der gegnerischen Hälfte führt noch zu oft dazu, dass man in der Defensive Lücken hinterlässt, in die die Gegner hineinkontern können. Aber auch Abstimmungsprobleme wie bei Flanken und Hereingaben beim Spiel in Dortmund oder schwaches Zweikampfverhalten wie beim Gegentreffer gegen Düsseldorf sind derzeit ein Problem.

Neben der Abstimmung und der Balance zwischen Defensive und Offensive ist auch die Effizienz ein Problem bei RB Leipzig. Aufgrund der Position der Torschüsse wären in den ersten zwei Spielen vier Tore zu erwarten gewesen. Geschossen hat RB allerdings nur zwei, während man rund zwei Tore mehr kassiert hat als erwartbar gewesen wären, nämlich fünf. Jean-Kevin Augustin ist mit zwei Toren aus fünf Torschüssen derzeit der einzige Spieler, bei dem in der Offensive Aufwand und Ertrag auf effiziente Art und Weise zusammenpassen.

RB Leipzig läuft und flankt viel

Investiert hat RB Leipzig in die ersten beiden Bundesligaspiele trotzdem sehr viel. Mit fast 118 km hat man etwas mehr Kilometer abgespult als der Bundesligaschnitt nach zwei Spieltagen und liegt rund drei Kilometer pro Spiel über dem RB-Schnitt der Vorsaison. Vor allem bei den Läufen im höheren Geschwindigkeitsbereich hat man noch mal deutlich zugelegt. War man letzte Saison dort nur ein durchschnittliches Bundesligateam, ist bisher in dieser Saison nur der FC Augsburg mehr gesprintet als RB. 4,8 km legt man pro Spiel im höchsten Tempo zurück, der Bundesligaschnitt liegt bei lediglich 4,0 km.

Dass man aus viel Ballbesitz (57,4%, der zweitmeiste der Bundesliga) offensiv noch nicht viel machte und wenig Ideen hatte, zeigt sich nicht nur in den erzielten Toren, sondern auch in einer Veränderung bei den Offensivabläufen. Während Ralf Rangnick eigentlich Geschwindigkeit und Tempo im vordersten Drittel propagiert, hat man meistens vor allem auf Flanken zurückgegriffen. 72 Hereingaben von der Außenbahn hat man in zwei Spielen bereits gespielt und viele davon ungefährlich aus dem Halbfeld geschlagen.

Bayern und Augsburg kommen als Teams mit den zweithöchsten Werten auf gerade mal 52 Flanken. Dortmund, die das direkte Spiel durch die Mitte präferieren, stehen gar nur bei 22 Flanken, während sich RB Leipzig in den Spielen gegen Dortmund und vor allem Düsseldorf in der Offensive zu oft nach außen in wenig torgefährliche Zonen drängen ließ.

(mki)