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Rasenballisten wollen Arbeit gegen Rechts unterstützen – Veranstaltung am Donnerstag

Zur ersten Veranstaltung von Rasenballisten und Theater der jungen Welt im Jahr 2017 kamen viele Besucher. (Foto: Screenshot facebook.com/rasenballisten/ Archivbild)

Nach den Ereignissen in Chemnitz werben die Rasenballisten um Unterstützung für Initiativen gegen Rechts in der sächsischen Stadt. Dafür will man die Einnahmen des Fanstands beim nächsten Heimspiel gegen Hannover am Samstag spenden, wie die Fangruppe von RB Leipzig via Facebook erklärt.

Rasenballisten wollen aktiv werden gegen Rassismus und Fremdenhass

Wir müssen aktiv werden und aufstehen gegen Rassismus, Fremdenhass und Diskriminierung an allen Orten. Dabei ist es völlig egal, ob sich die Vorfälle im Stadion, auf der Straße, in der Schule, Uni oder auf dem Arbeitsplatz abspielen. Widersprechen wir deutlich, helfen den Betroffenen von rechter Gewalt und sind solidarisch mit den Initiativen und Netzwerken, die sich für ein gerechtere und bunte Welt einsetzen“, heißt es in der Begründung der Aktion, bei der auch Solishirts mit dem Aufdruck „Love Rasenball – Hate Racism“ verkauft werden sollen.

Unter dem Facebook-Posting tobt derweil, genau wie unter Postings, in denen diese Aktion weiter geteilt wurde, eine erbitterte Auseinandersetzung um die Frage, ob solche Art Politik überhaupt ins Stadion gehöre. Für viele Kommentierer scheint bei der Rasenballisten-Aktion die Grenze überschritten, auch weil die Aktion einseitig Partei ergreife. Unterstützer der Aktion sehen darin keine Politik, sondern halten es für „gesunden Menschenverstand“, sich gegen Diskriminierung zu stellen.

Veranstaltung zur Frage, was Politik im Stadion zu suchen hat

Passenderweise organisieren die Rasenballisten am Donnerstag (13.09.2018, 19.30 Uhr) in Zusammenarbeit mit dem Theater der Jungen Welt eine Veranstaltung unter dem Titel „Politik hat im Stadion nichts zu suchen?!“ Dabei soll „über den Zusammenhang von Fußball, Sport und Gesellschaft“ diskutiert werden. Auf dem entsprechenden Podium sitzen Christian Lippold (Babelsberg 03), Jörg Gernhardt (Sächsischer Fußballverband), Dr. Andreas Siegert (Zentrum für Sozialforschung Halle) und ein Vertreter aus der Fanarbeit.

Vor der Podiumsdiskussion wird zudem das Stück „Juller“ gezeigt. Darin wird die Geschichte des deutsch-jüdischen Fußballspielers Julius Hirsch erzählt, der einer der besten Fußballer seiner Zeit und mehrfacher deutscher Meister war. Doch wie Millionen anderer auch, wurde er Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands und im KZ Auschwitz ermordet.

Tickets für die Veranstaltung im Theater der Jungen Welt gibt es für 6 Euro (ermäßigt) bzw. 12 Euro noch an der Abendkasse. Bereits im Mai 2017 hatten die Rasenballisten zusammen mit dem Theater der Jungen Welt eine Veranstaltung organisiert, in der das Stück „Juller“ aufgeführt und hinterher in einer Podiumsdiskussion über Antisemitismus im Fußball diskutiert wurde.

(RBlive)