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Steuerlos im Bus: RB-Coach Rangnick hadert mit Abwehrschwäche

Rb-Coach Ralf Rangnick beim Spiel gegen Hannover. Foto: Imago

Drei Mal geführt, zwei Mal unmittelbar danach den Gegentreffer kassiert: RB Leipzig gegen Hannover 96, ein herzschlagknappes 3:2 (2:1), war nichts für schwache Nerven. Immerhin aber stimmten nach der Partie beide Trainer darin überein: „Die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen.“ Aus dem Stadion berichtet Martin Henkel.

Wirklich zufrieden aber waren weder 96-Coach André Breitenreiter noch RB-Übungsleiter Ralf Rangnick damit, dass niemand der knapp 39.000 Zuschauer gelangweilt nach Hause ging. Breitenreiter bedauerte, dass „wir uns für einen mutigen Auftritt nicht belohnt haben.“ Eigene Fehler hätten seinen Kader um mehr gebracht, weil Teile des Matchplanes nicht umgesetzt wurden. Etwa, ja nur nicht durch das Zentrum zu eröffnen. „Wir haben es übertrieben und naiv durch die Mitte gespielt.“ Das aber sei gegen die Pressingkünstler aus Sachsen kreuzgefährlich. „Da geht’s ratzfatz und RB ist vor deinem Tor.“

Rangnick: „Wir nehmen den Sieg mit!“

Alle drei Leipziger Treffer durch Yussuf Poulsen (9.) und Timo Werner (40., 63.) fielen nach Umschaltsituationen. Das ist der Plan gewesen. Back to the roots: Der Gegner hat den Ball, RB fängt ihn ab und schaltet blitzschnell um. Nicht einmal 40 Prozent Ballbesitz gönnten sich die Gastgeber. Das hat Rangnick gefallen. „Die Tore fielen, wie wir das trainiert und uns vorgenommen haben.“ Auch gut sei gewesen: „Wir haben kein Gegentor nach einem ruhenden Ball bekommen.“ Dass Hannover aber allein zwölf Mal vom Eckpunkt dazu die Chance hatte: eher schlecht. „Da müssen wir besser werden“, so Rangnick.

Ebenfalls schlecht: der zweite Gegentreffer. Acht eigene Spieler hatte RB bei dem Tor von Miiko Albornoz (65.), einem Fernschuss ins Angel, hinter dem Ball. Das waren „zwei Busse“ á vier Spieler, meinte Rangnick, „aber es saß niemand zu diesem Zeitpunkt am Steuer.“ Es ist zum Haareraufen. Die Gegentrefferquote stieg damit auf neun in den vergangenen vier Spielen. Das sind über zwei Gegentore pro Spiel.

Trotzdem: gewonnen. Der erste Sieg in der Liga nach zuvor einer Niederlage gegen Dortmund und dem Remis gegen Fortuna Düsseldorf. Rangnick wollte sich den Nachmittag nicht kaputt reden. Der Sieg sei „glücklich gewesen“, aber es war wichtig, ihn „einzufahren. Wir nehmen ihn gern mit.“