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Doppelpack: die Rückkehr des Erfolgsduos Forsberg-Werner

Lovebirds: Timo Werner und Emil Forsberg. Foto: Imago

Timo Werner war „Man of the Match“ beim 3:2 von RB Leipzig gegen Hannover 96. Die Wahrheit aber ist, es gab nicht den einen Spieler der Partie, sondern ein Paar: Werner – und Emil Forsberg.

Man hat die zwei Profis lange schon nicht mehr so erfolgreich zusammen agieren sehen. Forsberg Vorlage, Treffer Werner – das ist fast zehn Monate her. Macht aber die Sache hübsch rund, weil der letzte gemeinsame Treffer im Spiel gegen Hannover 96 November 2017 zustande kam. Und zwar beim 2:1-Heimsieg, in dem der Schwede dem Deutschen den späten Siegtreffer in der 85. Minute auflegte.

Werner: „Ich will mich nicht selbst loben“

Dass es am Samstagnachmittag zu zwei Duett-Toren langte, machte dem deutschen Nationalspieler das Gemüt weich. Werner schlurfte in die Mixed-Zone, von Krämpfen gegen Ende der aufreibenden Partie noch gezeichnet, und erklärte, es sei ihm eine Ehre, „am Ende der Kette Bälle“ von Forsberg verwerten zu dürfen. Ganz ehrerbietig war der Doppeltorschütze, der sich nicht „als kongenialen Partner“ bezeichnen wollte, weil er damit ja auf einer Stufe mit dem Spielmacher stünde, „und da würde ich mich ja selbst loben“.

Gott bewahre, nein, nein! Ehre, wem Ehre gebührt. „Emil“, so Werner, „hat die Liga ja schon mal mit seinen Vorlagen auseinander genommen.“ Und weil im dritten Spiel dem Schweden die ersten beiden Assists gelangen, glaubt Werner, dass ihm das in dieser Spielzeit wieder gelingen könnte. Schließlich lässt Rangnick wieder spielen wie in der Nach-Aufstiegssaison: wenig Ballbesitz, viele Umschaltsituationen – perfekt für Konter über Forsberg, der Werner das Veredeln überlässt.

Es war dennoch eine reichlich überzuckerte Hymne auf den Vorlagenkönig der Bundesliga in der Vizemeister-Saison 2016/2017. Forsberg war da weniger euphorisch. Wohl wissend, dass die Partie lange auf der Kippe stand. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte er. „Es war kein schöner Sieg, aber es war ein notwendiger Sieg. Es ging heute viel über Zweikämpfe, wir haben uns manchmal schwer getan. Nach dem 3:1 müssen wir den Sack zumachen.“

Die Früchte harter Arbeit

Dreimal hatte RB in Führung gelegen, mit dem 1:1 gelang Hannover der Ausgleich, mit dem 2:3 der Anschlusstreffer, der die Sachsen am Ende des Spiels nochmal arg in Bedrägnis brachte. Werner sagte: „Ich freue mich mehr über den Sieg mehr als über meine Tore. Es war ein hartes Stück Arbeit, wir haben uns gut belohnt und immer wieder bestraft.“

Auch Forsberg wollte die Werner-Tore nicht herausheben. War aber auch nicht verwundert, dass der 22-Jährige nach zuvor zwei trefferlosen Ligaspielen endlich getroffen hat. „Es ist das Ergebnis harter Arbeit. Ich wußte, ich muss ihn auch mit meinen Pässen pushen, denn zu Chancen kommt er immer. Jetzt hat es endlich wieder mit Toren geklappt. Ich freue mich für ihn.“

Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Forsberg wird wissen, dass es ein weiter Weg ist, um wieder so miteinander zu brillieren wie vor zwei Spielzeiten, als Forsberg Werner sechs Treffer seiner 21 Ligatore auflegte. Eine Saison später waren es nur noch zwei. Die Marke immerhin haben beide in nur einem Spiel erreicht.

Trainer Ralf Rangnick freute es. Auch wenn Forsbergs sonstige Zahlen eher auf eine durchschnittliche Leistung hinwiesen, etwa seine nur zwei gewonnen Zweikämpfe oder seine im Vergleich zu Kevin Kampl eher dürftige Passquote (sieben zu 31, Quelle: kicker), sein Coach hat ihn „das beste Spiel in dieser Saison bislang“ spielen sehen. Bei Werner wiederum, so Rangnick, sei es offensichtlich, „dass es in die richtige Richtung geht“. Summa summarum: „Ich bin mit der Formkurve der beiden absolut zufrieden.“