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RB LeipzigKritik an neuem Fanbeauftragten von RB Leipzig: Trubel um Timm Merten

17.09.2018, 10:50
„Hamburg-freie Zone”: Einige RB-Fans plakatieren gegen den neuen Fanbeauftragten Timm Merten, der zuvor HSV-Fan war
„Hamburg-freie Zone”: Einige RB-Fans plakatieren gegen den neuen Fanbeauftragten Timm Merten, der zuvor HSV-Fan war imago/Karina Hessland

RB Leipzigs neuer, leitender Fanbeauftragter Timm Merten hatte am Samstag beim 3:2 gegen Hannover seinen ersten Arbeitstag im Stadion. Doch der bisherige HSV-Fanaktivist wurde nicht von allen freundlich empfangen. Bereits am Freitag hatte er sich mit einem offenen Brief an die Fanclubs vorgestellt. Von Ullrich Kroemer.

Seinen Einstand hätte sich Timm Merten sicher anders vorgestellt. Nach etwa einer Stunde entrollten ultraaffine RB-Fans beim Spiel gegen Hannover in der Mitte des Fanblocks zwei Banner, deren Botschaft unmissverstäündlich war. „Gegen zweitklassige Fanbeauftragte”, stand da. Und: „Hamburg-Freie Zone”.

Anspielungen auf Mertens Vergangenheit als Fanaktivist bei Absteiger Hamburger SV mit der klaren Aussage: Du bist hier nicht erwünscht. Eine schwierige Arbeitsgrundlage für einen Fanbeauftragten, der Ansprechpartner für alle RB-Fans sein soll.

„Gegen zweitklassige Fanbeauftragte”: einige RB-Ultras protestierten gegen den neuen Fanbeauftragten
„Gegen zweitklassige Fanbeauftragte”: einige RB-Ultras protestierten gegen den neuen Fanbeauftragten
imago/Karina Hessland

Zahlreiche Fanclubs distanzieren sich von Protesten gegen Timm Merten

„Wir erwarten eine bessere Absprache im Vorfeld solcher Entscheidungen, da wir uns mittlerweile regelmäßig übergangen fühlen“, erklärt „Zone 147“, die für das Banner verantwortliche Gruppe in einer Stellungnahme. Man wolle nicht „die Kompetenz der Person Timm Merten in Frage stellen“, wünsche sich aber einen Fanbetreuer, der sich mit Leipzig und RB identifiziert. Dass man einen Fan eines anderen Vereins „zur Kommunikation vorgesetzt“ bekomme, schade dem sowieso „bereits schwierigen Verhältnis“ zwischen Vereinsführung und Fans.

Doch die Meinung, ist keineswegs Konsens in der Kurve. Zahlreiche Fanclubs wie der Bulls Club, Vollzahler oder Holy Bulls distanzierten sich von den Bannern (siehe Tweets unten). „Wir geben jedem eine faire Chance und dachten bisher, Fairness und Toleranz wäre ein Merkmal unserer Fanszene”, twitterten etwa die Vollzahler.

Die Rasenballisten, die nach der Partie fälschlicherweise von vielen als Urheber der Botschaft gegen Merten ausgemacht worden waren, distanzierten sich ebenfalls vom Inhalt der Botschaft. Auch wenn die „Personalwahl diskutabel“ und „die Einstellung eines (bis dato) aktiven Fans aus einem anderen Verein auch nicht die beste Form eines anfänglichen Vertrauensverhältnisses darstellt“, wolle man Timm Merten nicht vorverurteilen und gehe „offenherzig“ in Gespräche mit ihm.

Offener Brief von Timm Merten: „Begeistert von der friedlichen Fankultur”

Bereits am Freitag hatte sich der 38 Jahre alte Merten bei allen Fanclubs per Mail vorgestellt. Darin berichtet der ehemalige Bundeswehr-Soldat von seinen früheren Tätigkeiten als Mitglied des Ständigen Arbeitskreises Fandialog beim HSV und als Sprecher des Arbeitskreises Club-Fan-Dialog bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Dort arbeitete Merten an der „der Vernetzung, dem direkten Dialog und dem Austausch zwischen den Vertretern und Fans der 36 Profivereine“ und gestaltete das erste gemeinsame Treffen in Offenbach mit.

„Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Dialogstrukturen zwischen Verein und Fans nicht abbrechen und aktuelle Themen mit dem Verein zusammen besprochen, bearbeitet und aufgearbeitet werden”, schreibt Merten. Und etwas hölzern versucht er auch, seine Affinität zu RB Leipzig zu erklären: „Ich verfolge die Entwicklung von RB Leipzig schon seit einiger Zeit und bin von der friedlichen Fankultur im eigenen Stadion, aber auch auswärts, begeistert”, schreibt Merten.

RB Leipzig hat die ungewöhnliche Personalentscheidung, den Leiter der Fanabteilung einem langjährigen aktiven HSV-Fan zu übergeben, bisher nicht öffentlich erklärt.

https://twitter.com/HolyBulls/status/1041005702700048384