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Undisziplinierte Spieler: Rangnick zürnt und bestraft – Mukiele löscht Tweets

„Ich kann es nicht fassen”: Ralf Rangnick nach dem Duell gegen Salzburg (Foto: imago).

„Ich kann es nicht fassen”: Ralf Rangnick nach dem Duell gegen Salzburg (Foto: imago).

Ralf Rangnick saß nach der 2:3-Pleite von RB Leipzig gegen Salzburg mit Wut im Bauch auf dem Pressekonferenz-Podium. Wie er erst am Freitagmorgen erfuhr, hatten sich zwei bis drei Spieler bei der Vorbereitung auf das Spiel unprofessionell verhalten. Für Rangnick einer der Hauptgründe für die Niederlage. Von der Pressekonferenz berichtet Ullrich Kroemer.

Ralf Rangnick: „Ich kann es nicht fassen”

Ralf Rangnick hat seine Augen und Ohren normalerweise überall im Verein. Doch in diesem Fall erfuhr er erst am Freitagmorgen nach dem Debakel gegen Salzburg davon, dass sich zwei bis drei Spieler vor dem Europa-League-Prestigeduell unprofessionell und regelwidrig vorbereitet hatten. „Ich kann es nicht fassen. Wir haben dringenden Redebedarf”, sagte Rangnick erregt.

„Es hat mit Abläufen vor dem Spiel zu tun, mit der Vorbereitung. Klare Regeln, die wir in den vergangenen drei Monaten bis zum Abwinken in die Mannschaft reingetrommelt haben, die aber offensichtlich gestern ignoriert wurden”, schimpfte Rangnick. „Es erklärt nicht alles, aber vieles von dem, was gestern passiert ist.”

Haben Mukiele und Augustin gegen Handy-Verbot verstoßen?

Was genau vorgefallen war, mochte Rangnick nicht sagen, deutete aber einigermaßen nebulös an: „Dinge, die erklären, warum einige Spieler gestern nicht bereit waren für dieses Spiel. Dinge, die, erklären, warum Spieler in der Halbzeit ausgewechselt wurden. Dinge die, wenn ich sie gestern gewusst hätte, mindestens zu einem zweifachen Wechsel vor dem Spiel geführt hätten.”

Auch die direkte Spielvorbereitung lief offenbar nicht optimal. Rangnick deutete an, dass Spieler das Handyverbot im Stadion und der Kabine gebrochen hätten und nicht pünktlich im Vorbereitungsraum zum Dehnen sowie 20.18 Uhr zum Erwärmen auf dem Platz waren. Doch das allein kann Rangnick nicht gemeint haben, weil er auch von Verfehlungen sprach, die vorgefallen waren, als er die Aufstellung entschied.

Mukiele löscht Tweet zur Angelegenheit

Laut BILD handelt es sich bei den betroffenen Spielern um Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin. Die hätten vor dem Spiel mit ihren Handys auf der Trainerbank im Stadion gesessen und darüber den Zeitpunkt zum Umkleiden verpasst. Deswegen kam die Mannschaft schließlich verspätet zum Aufwärmen ins Stadion.

Nordi Mukiele machte sich per Twitter über die Berichte lustig und kommentierte wörtlich übersetzt mit ‚Lügen, das ist nicht gut‘. Später löschte er aber alle Tweets, in denen er die Angelegenheit kommentierte, wieder. Für das Spiel in Frankfurt wurde er laut BILD genauso aus dem Kader gestrichen wie Jean-Kevin Augustin.

Rangnick: „Werden Spieler sanktionieren”

Entnervt war der Sportdirektor von der Geschichte: „Ich mache seit drei Monaten nicht viel anderes, als eine Bewusstseinsänderung bei den betreffenden Spielern herbeizuführen. Wir werden sie weiter so behandeln, wie sie behandelt werden müssen und auch sanktionieren.” Für das Spiel gegen Frankfurt werden die betreffenden Spieler nicht in der Startelf stehen. „Wenn der andere Teil der Mannschaft mitkriegt, dass sich Spieler nicht zu 100 Prozent mit diesem Spiel beschäftigen und sich nicht so vorbereiten, wie sich das gehört, hat das auch Auswirkungen auf den Rest der Mannschaft”, sagte Rangnick.

Was sportliche Verfehlungen angeht, nannte Rangnick namentlich Nordi Mukiele, der vor dem 0:1 verbotenerweise einen 20-Meter-Querpass ins Mittelfeld gespielt habe. „Das sah aus wie Comedy und nicht wie ein ernstzunehmendes Europa-League-Spiel”, sagte Rangnick. Und auch Bruma benannte Rangnick. „Offensichtlich haben diese Spieler ihre Rolle nicht angenommen. An so eine Halbzeit wie diese 45 Minuten kann ich mich nicht erinnern. Mir fällt zu dem Spiel keine Kategorisierung ein.”