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RB gegen VfB: Nur einseitige Fan-Proteste – Anti-RB-Choreo sorgt für leisen Spott

Mit einer bundesweiten Stadion-Aktion haben verschiedene Fangruppen aus Deutschland den Druck auf DFB und die DFL erhöht. In den Bundesliga-Arenen protestierten zahlreiche Anhänger am Dienstag und Mittwoch mit einem Stimmungsboykott.  In den meisten Stadien dauerte das Schweigen jeweils rund 20 Minuten, wobei die Schalker ihr Team beim 0:1 im Breisgau von Beginn an anfeuerten.

Fans von RB Leipzig beteiligen sich nicht an Stimmungsboykott

Auch die Fans von RB Leipzig haben sich dem Stimmungsboykott nicht angeschlossen. Im Gegensatz zum Gästeblock supporteten die RB-Fans beim Spiel gegen den VfB Stuttgart ihre Mannschaft von Beginn an. Die VfB-Anhänger hatten ihre Aktion unter anderem mit dem Banner „Ihr werdet von uns hören – oder auch nicht!“ ausgeschmückt. Damit nahmen sie offenbar einerseits Bezug auf den geplatzten Dialog mit den Verbänden und auf ihren Stimmungsboykott in Leipzig. Auch gegen die DFL und gegen den Videobeweis richteten sich Banner.

Die Fan-Proteste richten sich vor allem gegen die Anstoßzeiten, die Zerstückelung der Spieltage (Montagsspiele) und die Übertragung der Spiele im Pay-TV. Von der Zersplitterung der Spieltage erhoffen sich die TV-Sender deutlich höhere Vermarktungschancen.

Fans sehen keine Dialogmöglichkeit, Verband widerspricht

„Was bleibt uns denn anderes übrig?“, sagte der Sprecher der Interessenvertretung Pro Fans, Sig Zelt zu den Protesten. „Wir haben in einem Jahr Dialog gesehen, dass nicht viel dabei herauskommt.“ Der Zusammenschluss der Fanszenen hatte im August die Gespräche mit dem DFB und der DFL aufgekündigt.

Dabei seien im Dialog bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, meinte ein DFL-Sprecher vor der Aktion. „Diese Ergebnisse sind der beste Grund, den Austausch zwischen Fan-Organisationen und Verbänden fortzusetzen.“ Bei den Gesprächen ging es um eine einheitliche Regelung von Fan-Utensilien in den Stadien, die Abkehr von Kollektivstrafen bei Fan-Verstößen, mehr Transparenz in der Sportgerichtsbarkeit bei Vergehen von Anhängern und um die Beibehaltung von Stehplätzen.

Anti-RB-Banner im Stuttgarter Block sorgen für ironische Reaktionen

Neben der Teilnahme am Stimmungsboykott, der sich vornehmlich gegen Verbandspolitik richtete, hatten die VfB-Anhänger auch eine Choreographie im Gepäck. Aus vielen rot-weißen Folien, die über die Stühle in den unteren Reihen des Gästeblocks gelegt wurden, bildete man ein „Anti-RB“. Später hängte man auch noch ein großes Blockbanner mit „F… Red Bull“ vor den Gästeblock, worauf RB-Anhänger mit einem ironischen „Alle Bullen sind Schweine“-Gesang reagierte.

Auf RB-Seiten sorgte die „Anti-RB“-Choreo für ein wenig Belustigung. Aufgrund der nicht ganz leicht zu entziffernden Buchstaben versuchte man sich auf Twitter in Eigen-Interpretationen wie zum Beispiel „Rinti RB“ (Verweis auf ein Hundefutter) oder „Antira“ (als Begriff für ein antirassistisches Bekenntnis).

Am Stimmungsboykott nahm die RB-Seite schließlich nicht nur nicht teil, sondern versuchte die einsetzende Unterstützung der Gästefans nach 20 Minuten mit besonders lautem eigenen Support nicht zur Geltung kommen zu lassen.

(mit DPA)