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Rangnick widerspricht Nagelsmann: „Ich entscheide über die weitere Zusammenarbeit“

Bald gute Freunde: Ralf Rangnick (l.) und Julian Nagelsmann. Foto: Imago.

Julian Nagelsmann wurde vor dem Spiel gegen RB gefragt, wie das sei für ihn, auf seinen zukünftigen Chef Ralf Rangnick zu treffen. Der TSG-Trainer antwortete, sein baldiger Chef sei Oliver Mintzlaff, Rangnick nur sein Vorgesetzter. Leipzigs Sportchef hat dem widersprochen und sinngemäß erklärt: Der Chef bin ich!

Zumindest, was die Kompetenzen anbetrifft, über die Zukunft eines Trainers zu entscheiden. Rangnick, der die Sachsen bis zur Ankunft von Nagelsmann kommenden Sommer übergangsweise trainiert, ist eigentlich Sportchef bei RB, Oliver Mintzlaff Vorsitzender des RasenBallsport e.V. und Geschäftsführer der RasenBallsport GmbH.

Amüsiert, aber nicht unemotional

Sportliche Entscheidungen, so Rangnick vor dem Spiel von RB Leipzig bei der TSG 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr), würden deshalb ihm obliegen. „Selbstverständlich ist der Sportdirektor derjenige, der über die weitere Zusammenarbeit mit dem Trainer entscheiden muss.“ Dass Nagelsmann versucht hat, eine so haarfeine Trennlinie zwischen Mintzlaff und Rangnick zu ziehen, hat den 60-Jährigen allerdings eher amüsiert, als gewurmt. Ganz frei von Emotionen freilich war er nicht, als er am Freitagmorgen von Nagelsmann Kommentar erfuhr.

Rangnick lässt sich an jedem Tag mit einem Pressespiegel über alle Belange informieren, die RB betreffen. Als er von den Aussagen aus der Nagelsmann-PK vom Vortag erfuhr, habe er sich an seine Zeit als junger Trainer erinnert gefühlt. „Ich war mit 27, 28 der jüngste Trainer der VfB-Amateure und habe mir damals heiße Duelle mit Helmut Groß geliefert, der als Coach des VfL Kirchheim der erfolgreichste Amateurtrainer seiner Zeit war“, erinnerte sich Rangnick. „Wir haben uns zwei Jahre lang ganz heiße Duelle geliefert, auch Wortgefechte an der Seitenlinie.“

Der Leipziger Trainer wollte damit sagen: Freunde werden er und Nagelsmann beim Spiel nicht sein. Aber wenn es vorbei ist. „In der Partie steckt viel Brisanz“, so Rangnick. „Es kann durchaus sein, dass wir uns an der Seitenlinie fetzen werden. Das gehört dazu.“ Er verwies gleichzeitig auf seine langjährige Beziehung zu Groß als Freund und Mentor. „Was aus der Beziehung zu Helmut geworden ist, weiß jeder. Wir arbeiten seit fast 30 Jahren sehr eng zusammen. Ich bin mir deshalb sicher, dass Julian und ich ab kommender Saison auch sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten werden.“