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Eier oder Schenkel? Poulsen trifft doppelt gegen Hoffenheim

Danke Oberschenkel! Doppeltreffer Yussuf Poulsen. Foto: Imago

„Halb Oberschenkel, halb Eier“ – Yussuf Poulsen war sich nach seinen zwei Toren beim 2:1 gegen Hoffenheim nicht sicher, mit welchem Körperteil er den Ball zum 2:0 über die Linie gedrückt hat. Aber egal: Erster Bundesliga-Doppelpack für den RB-Stürmer. Aus dem Stadion berichtet Martin Henkel

Die mittlerweile notorischen Wahlen zum Man of the Match sind ein ebenso notorischer Unsinn. Aber hin und wieder fällt die Wahl leicht. Deshalb Luft anhalten, Augen zu – und durch: Yussuf Poulsen war DER Spieler des Spiels Leipzig gegen Hoffenheim.

Poulsen: „Ich stand heute zweimal richtig“

Der Däne schoss beide Tore beim 2:1 der Sachsen in Sinsheim gegen ihren künftigen Trainer Julian Nagelsmann und jene Mannschaft, von der sie vergangene Saison nicht nur 0:4 und 2:5 gedemütigt wurden, sondern zusammen mit den zwei anderen Duellen in der Spielzeit davor insgesamt zwölf Gegentreffer kassiert haben. Mehr als gegen jede andere Mannnschaft in der Bundesliga.

Den ersten Treffer versenkte Poulsen nach einer Rempler-Hereingabe von Timo Werner (54.), den zweiten nach einem Bananenpass von Kevin Kampl (73.). Zwei Tore für den Dänen, das gab es erst einmal und zwar 2016 gegen Düsseldorf damals in der 2. Liga,

Klar fühlte sich das „sehr gut an“. Mehr noch „mit einem Dreier“, also: „umso schöner“. „Ich stand heute zweimal genau richtig“, sagte Poulsen, „Das hat mir in den vergangenen Jahren etwas gefehlt. Heute war ich zweimal da, hatte sogar die Möglichkeit für einen dritten Treffer.“ Poulsen meinte seinen Pfostentreffer in der 66. Minute.

Leipzig hat damit das drittte Spiel en suite nicht verloren, die jüngsten zwei gewonnen. Weit scheint deshalb der demütigende Europa-League-Auftritt gegen Salzburg zurückzuliegen, mit dem Leipzig gegen den Bruderklub daheim 2:3 verlor. Poulsen erklärte nach der TSG-Partie, das Debakel gegen die Österreicher sei ein „Hallo-Wach-Erlebnis“ gewesen, „in dem wir gemerkt haben, dass wir ohne 100 Prozent zu geben, nicht in die Spiele gehen können. Das hat uns mental sehr gut getan.”

Nah am Chancentod

Auch dem eigenen Spiel, obwohl Poulsen zu den wenigen Spielern im Kader zählt, die jedes Spiel mit dem gleichen Feuer bestreiten. In seinem Fall nur eben nicht immer mit dem gleichen Vermögen, seine Chancen zu verwerten. Poulsen bewegt sich immer in der Nähe zum „Chancentod“, auch wenn seine Jobs auf dem Feld eher darin bestehen, die erste Pressinglinie zu bilden, hohe Bälle aus dem Hinterhof festzumachen und Bälle auf die Außen zu verteilen.

Treffen ist hingegen weniger sein Ding. Seine Quote ist für einen Stürmer dennoch ungewöhnlich niedrig. In der Vizemeistersaison schoss er fünf Tore in 29 Partien, in der Spielzeit darauf vier Tore in 30 Ligaspielen und eines im DFB-Pokal. Im Sommer sagte er: „Mein Ziel in dieser Saison? Meine Trefferquote zu verbessern.“ Könnte klappen, denn der Däne hat jetzt schon drei Tore auf seinem Konto.“

Einer Entwicklung sei Dank. Poulsen erklärte seine zwei Treffer auch mit seiner Reife in den vergangenen zwei Spielzeiten in der deutschen Oberklasse. „Man entwickelt sich“, sagte der 24-Jährige. „Und wird besser. Das ist jetzt mein drittes Jahr in der Bundesliga.“

Sein Trainer sagte: „Ich hatte schon immer von Yussuf eine hohe Meinung. Er hat sich seit der 3. Liga stetig verbessert, technisch, in seinem Spiel, jetzt auch beim Abschluss. „Er war heute für mich“ – Vorsicht! – „der Man of the Match!“