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Trio nicht eingeladen: Frankreich ignoriert Angebot von RB Leipzig

Das Verhältnis zwischen RB Leipzig und dem französischen Fußball-Verband (FFF) bleibt freundlich formuliert angespannt. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick wundert sich darüber, dass derzeit Funkstille herrscht und dass drei der vier Leipziger Franzosen nicht zu den Auswahlteams eingeladen sind. Von Ullrich Kroemer.

Ralf Rangnick: „Wir warten immer noch auf Rückmeldung”

Der Draht zwischen Leipzig und Paris ist derzeit gekappt, das Verhältnis zwischen RBL und der FFF aktuell nicht existent. „Wir haben mehrmals Kontakt zum französischen Verband aufgenommen und darum gebeten, uns zu treffen. Gerne in Paris, mit mir und Jochen Schneider”, sagte Sportdirektor Ralf Rangnick am Freitag auf der Pressekonferenz.

RB-Sportkoordinator Schneider ist Rangnicks rechte Hand in Sachen Transfers; der Ex-Stuttgarter hat einen engen Draht zu Marc Keller. Der frühere Bundesligaprofi (Karlsruher SC) ist als Präsident von Erstligist Racing Strasbourg und Mitglied des Exekutivkomitees des Verbandes für die Nachwuchsarbeit zuständig. Doch eine Reaktion der Franzosen blieb trotz des persönlichen Kontaktes aus. „Wir warten immer noch auf Rückmeldung. Es gab noch keinen Vorschlag zum Treffen”, sagte Rangnick.

RB werde nun noch einen letzten „Anlauf nehmen und signalisieren, dass wir interessiert sind, einen Austausch auf den Weg zu bringen. Mehr können wir nicht machen. Der Verband muss entscheiden, ob er am Austausch interessiert ist”, so der Leipziger Cheftrainer und Sportdirektor. „Ich fände es gut, weil wir viele Spieler aus Frankreich haben.”

Sehen unter anderem auch zu diesem Thema den RBlive-Videokommentar vor dem Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg:

Vor drei Wochen war es zum Eklat zwischen dem Bundesligisten und der FFF gekommen, weil Jean-Kévin Augustin seine Teilnahme an U21-Länderspielen wegen „muskulärer Müdigkeit” abgesagt hatte, dann aber bei einem Testspiel für RB aufgelaufen war. Daraufhin hatte der Verband des Weltmeisters erzürnt Beschwerde beim Fußball-Weltverband Fifa eingereicht, woraufhin Augustin gegen Hannover nicht spielte, um einer mögliche Sperre vorzubeugen.

Keine Reaktion der Fifa im Fall Augustin

„Die Fifa hat sich nicht gemeldet wegen der eingereichten Beschwerde, es gab keine Reaktion bisher”, sagte Rangnick nun. Ob eine Abstellungspflicht für Nachwuchsspieler besteht, ist unklar. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte RB mitgeteilt, dass eine solche Pflicht nur für A-Nationalspieler gelte. Die Fifa hat sich bislang dazu nicht geäußert.

Von dem französischen Quartett bei RB Leipzig wird nun am Montag nur Dayot Upamecano zur U21-Auswahl seines Landes reisen. Nordi Mukiele und Ibrahima Konaté wurden ebenso nicht berücksichtigt wie enfant terrible Augustin. Besonders verwundert war Rangnick von der Nicht-Nominierung Konatés. Der 19-Jährige, der beim Europa-League-Spiel in Trondheim eine klasse Partie absolvierte, war bereits für die U20 vornominiert, sei dann aber wieder gestrichen worden, so Rangnick.

Rangnick ironisch: „Chapeau vor Frankreichs Reservoir”

„Da kann man nur sagen Chapeau vor dem Reservoir, das man in Frankreich hat, wenn er nicht mal für die U20 spielt”, staunte der 60-Jährige. Ironisch hatte er am Freitag Chefscout Paul Mitchell gebeten, ihm alle französischen Innenverteidiger der U20 vorzustellen: „Zeig‘ mir alle, die da sind. Vielleicht müssen wir uns noch ein paar Spieler holen, wenn die so offensichtlich besser sind. Sonst hätte man ihn ja eingeladen.”

Für RB Leipzig ist die Nichtnominierung des Trios freilich nicht hinderlich. So können Mukiele, Augustin und Konaté gemeinsam mit den ebenfalls nicht für Auswahlspiele nominierten Marcel Halstenberg, Diego Demme und Marius Müller in aller Ruhe in Leipzig trainieren.

Defensive der U20-Nationalmannschaft Frankreichs (Screenshot: fff.fr)

Defensive der U20-Nationalmannschaft Frankreichs (Screenshot: fff.fr)