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Nach 6:0 gegen Nürnberg: RB Leipzig versucht, nüchtern zu bleiben

Der Versuch, nüchtern zu bleiben. RB nach dem 6:0 gegen Nürnberg. Foto: Imago.

Was sagt man nach einem Spiel, das man gerade 6:0 gewonnen hat? RB Leipzigs Keeper Peter Gulacsi meinte: „Wichtig war, dass wir hinten zu Null gespielt haben.“

Der Ungar, aus der Hinterhof-Perspektive, hatte natürlich seine eigene Sicht auf diese spektakuläre Partie. Sein Hauptjob ist das Vermeiden von Toren. Insofern freute ihn die Null. „Das war jetzt die erste Null bei den letzten drei Siegen“, sagte Gulacsi. „Vorn haben wir immer Spieler, die geil sind, Tore zu schießen. Unsere Grundlage aber ist das Spiel gegen den Ball.“

Noch kein Ende der Fahnenstange

So merkwürdig das klang, auch Trainer Ralf Rangnick sagte: „Ich habe heute nicht so viel zu sagen. Klar, bei sechs Treffern. Das Spiel war beinahe perfekt. Wichtig war aber vor allem, dass wir zu Null gespielt haben. Wir sind auf dem Weg zu einer richtig guten Mannschaft, das kann man deutlich sehen. Aber wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.“

Das war einer der O-Töne bei den Leipzigern: Wir sind gut unterwegs, aber sind noch lange nicht top. Und dass bei vier Siegen in Folge sowie Tabellenplatz zwei. Rangnick sagte: „Rang zwei und die sechs Treffer interessieren mich nur bedingt. Mich interessiert vor allem die Entwicklung des Teams.“ Und die sei gut. „Wir haben jetzt einen Schnitt von zwei Punkten pro Spiel erreicht. Das war unser Zwischenziel.“

Also nicht überdrehen. Es hat schon Kommentare unmittelbar nach einem Spiel der Leipziger gegeben, die waren weit eurphorischer. Vielleicht aber ist genau das ein Problem, 6:0 zu gewinnen. Solche Spiele sind Anomalien, und die Gefahr, sie falsch zu bewerten, enorm. Also hieß es, so nüchtern wie möglich zu bleiben.

Kapitän Willi Ortban sagte: „Der Sieg war sehr überzeugend. Das ist der nächste Schritt, dass wir Spiele, in denen wir klar überlegen sind, in der Deutlichkeit auch zu Ende bringen. Das haben wir heute gut durchgezogen. Die Tendenz der jüngsten Spiele ist sehr, sehr gut. Trotzdem müssen wir auch demütig bleiben, es sind erst sieben Spiele gespielt.“

Auch Kevin Kampl nach seinem 100. Bundesligaspiel ließ keinen Überschwang zu: „Unser Ziel war es, zu gewinnen, damit wir uns in die Gruppe oben reinbeißen. Mehr interessiert uns im Moment nicht.“ So blieb es am Nürnberger Coach hängen, ein wenig Emotion zu zeigen. „Die Niederlage ist sehr bitter“, sagte Michael Köllner sichtbar mitgenommen. „Sechs Gegentore sind hart.“