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„Nicht wettbewerbsfähig”: Warum Celtics Compper nicht Europa League spielen darf

Bei Celtic bislang nur Statist: Marvin Compper (Foto: imago).

Bei Celtic bislang nur Statist: Marvin Compper (Foto: imago).

Marvin Compper darf bei Celtic Glasgow bislang nur zuschauen. Für das 43-köpfige Europa-League-Aufgebot des traditionsreichen schottischen Klubs wurde der Ex-Leipziger gar nicht nominiert. In Interviews vor dem Duell zwischen seinem aktuellen und seinem früheren Klub in der Europa League erklärt Compper seine schwierige Situation.

Wie Compper der Mitteldeutschen Zeitung berichtet, spielt er derzeit bei Celtic keine Rolle und saß bislang in dieser Saison nur auf der Tribüne. In der Europa League hat der Innenverteidiger gar keine Einsatzmöglichkeit, weil er nicht einmal für den Wettbewerb gemeldet wurde.

Die Gründe dafür liegen im ersten halben Jahr nach seinem Wechsel im Januar von Leipzig zu Celtic. „Alle drei Wochen hatte ich kleinere Blessuren und Verletzungen, die mich immer wieder aus dem Tritt gebracht haben”, berichtet Compper. „Deswegen war ich in dieser Zeit gar nicht wettbewerbsfähig. Aufgrund dieses ersten halben Jahres hatte mich der Trainer abgeschrieben. Er dachte, dass sich dieses Muster wiederholt und ich immer weiter verletzt sein würde.” Ein einziges Spiel im Pokal (3:0) absolvierte er.

Comppers Körper streikte, weil die Betreuung von RB Leipzig fehlte

Doch Compper arbeitete an seiner Physis, schob im Sommer Extra-Schichten. Er stellte fest, dass die vielen Blessuren auch daher rührten, „dass hier physiotherapeutische Betreuung und gezieltes Athletiktraining weniger intensiv sind als bei RB”. Der gebürtige Tübinger musste sich „erst individuell ein System aufbauen, mit dem ich zusätzliche Behandlungen organisiere”.

Inzwischen ist der einmalige Nationalspieler seit über zwei Monaten „voll im Training, wieder komplett fit und gesund. Anhand der GPS-Daten sehe ich, dass meine Werte über dem Mannschaftsdurchschnitt liegen”, sagt Compper.

Compper erhöht den Druck im Training

Zwar weiß Compper aus einem Gespräch nach der Transferperiode, dass der Trainer „im Moment nicht wirklich mit mir plant. Das lag aber daran, dass er mich nie länger als drei, vier Wochen im Training dabei hatte. Ich verstehe das auch. Wie willst du mit einem Spieler planen, den du nie über einen längeren Zeitraum im Training zur Verfügung hast? Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt stabil bin und physisch auf der Höhe sein werde. Aber noch hat er noch nicht richtig gesehen, was ich der Mannschaft in fittem Zustand bringen kann.”

Inzwischen aber erhöht Compper den „Druck im Training. Noch konnte ich den Trainer nicht überzeugen, merke aber anhand des Feedbacks von Mitspielern und Mitarbeitern des Trainerstabes, dass ich einem Einsatz näher komme. Denen fällt immer mehr auf, dass meine Qualitäten zum Vorschein kommen, weil ich gesund bin.” Nun hofft er, von Teammanager Brendan Rodgers endlich eine Chance zu bekommen. „Selbst meine Mitspieler verstehen nicht, warum ich nicht spiele”, sagt Compper der Bild-Zeitung (kostenpflichtig).

Marvin Compper: „Will nicht als Reiseführer nach Leipzig fahren”

Den Klub aufgrund der schwierigen Situation im Winter zu verlassen, sei für Compper „kein Thema”. Er sagt klar: „Ich habe hier für zweieinhalb Jahre unterschrieben und will meinen Vertrag erfüllen. Auf jeden Fall bis Sommer. Wenn ich bis dahin gar keine Rolle gespielt haben sollte, können wir immer nochmal schauen. Aber mein Wunsch ist es, meinen Vertrag zu erfüllen und Spiele zu absolvieren. Ich bin schließlich nach Glasgow gewechselt, um erleben zu dürfen, für diesen Klub auf dem Feld zu stehen.”

Dass sich Compper nun das Spiel gegen RB im Fernsehen anschauen muss, trägt er mit Fassung. „Natürlich ist es schade, logisch, wäre ich gern dabei gewesen. Aber ich habe schon von schlimmeren Einzelschicksalen im Fußball gehört.” Und bei der Bild-Zeitung: „Als Reiseführer will ich auch nicht nach Leipzig fahren. Dann bleibe ich lieber in Glasgow und trainiere.“ (RBlive/uk)