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Dank Rangnicks Zettel-Trick – RB dominiert Celtic

Rangnick knackte Celtic nach der Umstellung auf ein 4-3-2-1. Foto: imago

Rangnick knackte Celtic nach der Umstellung auf ein 4-3-2-1. Foto: imago

Die 5000, teils oberkörperfreien Fans von Celtic Glasgow ließen sich die Laune nicht verderben und sangen unverdrossen. Dabei dominierte RB Leipzig den schottisch-irischen Kultklub im Europa-League-Hinspiel, gewann vor 38.126 Fans mit 2:0 (2:0) und hat nun drei Punkte Vorsprung auf den direkten Konkurrenten.

Fanmarsch der Schotten zum Stadion

Den Sänger-Wettstreit vor Anpfiff hatten noch die Gäste für sich entschieden. Der irische Folksänger Karl Byrne hatte stimmungsvoll die (Fußball-)Hymne „Walk on” intoniert. Da konnte die von dem Roßlauer Frank Dreibrodt vorgetragene RB-Fanhymne nicht ganz mithalten. Bereits am Nachmittag waren Tausende Schotten mit lautstarken Gesängen und Pyrotechnik-Nebel – aber völlig friedlich – vom Leipziger Marktplatz zum Stadion gezogen. Die Aura des über 130 Jahre alten Kleeblatt-Klubs war förmlich zu greifen.

Rangnick rotiert heftig, RB mit Stotter-Start

Die Partie begann zunächst zerfahren. Trainer Ralf Rangnick hatte im Vergleich zum 0:0 in Augsburg auf acht Positionen umgestellt. Unter anderem Bruma und Matheus Cunha bekamen ihre Chancen. Die erste Chance des Spiels gehörte dem jungen Celtic-Stürmer Odsonne Edouard, der nur knapp verzog (8.). Danach neutralisierten sich beide Teams, die zunächst in einer 4-2-2-2-Grundordnung begannen.

Taktische Umstellung bringt Leipzig auf die Siegerstraße

Es bedurfte eines Kniffs von Rangnick, um die Partie zu öffnen. Der Fußballlehrer steckte Kevin Kampl einen Zettel zu und wies den Regisseur an, sich auf der linken Seite weiter vorn zu postieren, während Konrad Laimer als defensiver Mittelfeldspieler das Zentrum dicht machen sollte. Der Plan ging auf, vor allem über Links kam RB besser ins Spiel. Das befreiende Führungstor fiel dann aber über Rechts, wo Marcel Sabitzer flankte, der starke Cunha den Ball mit der Brust annahm und per Vollspann vollstreckte (31.). Danach lief es bei RB. Bruma profitierte von einem Abpraller und legte das 2:0 (35.) nach. Leipzigs Doppelschlag beeindruckte die nun erschreckend harmlosen Glasgower derart, dass sie danach das Fußballspielen weitgehend einstellten.

RB hingegen spielte weiter Powerfußball. Kampl (47.), Laimer (54.) und Augustin (64., Pfostentreffer) vergaben Chancen auf einen höheren Sieg, ehe RB-Keeper Yvon Mvogo noch gegen Olivier Ntcham retten musste (86.). Der einzige Wermutstropfen bei einem sonst rundum überzeugenden Auftritt, bei dem am Ende die Leipziger Fans lautstärker den „Europapokaaaal” feierten.