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Die Doppelnull steht: Schalke erkämpft sich einen Punkt bei RB Leipzig

Dayot Upamecano sorgte mit dafür, dass hinten die Null steht. Foto: imago

Die Null steht bei RB Leipzig – allerdings vorne und hinten. Beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 hielt Leipzigs Serie.

Bundesligapremiere: Zweites 0:0 in Folge

Seit nun acht Bundesliga-Spielen ist RB ungeschlagen, kassierte im vierten Match hintereinander keinen Gegentreffer und belegt weiter Tabellenrang fünf, während Schalke immerhin auf Platz 15 vorrückte. Doch es war auch Leipzigs zweites torloses Remis hintereinander – das hatte es noch nie gegeben, seitdem die Sachsen in der Bundesliga spielen. Zwar hatten die Hausherren gegen S04 mehr Spielanteile, doch die Partie bei sechs Grad und Regen war lange zäh und von vielen Zweikämpfen durchsetzt.

Dass die Schalker vorhatten, die Gastgeber aus Leipzig an diesem Nachmittag zu nerven, war bereits vor Anpfiff zu sehen. Als RB schon Aufstellung genommen hatte und den Schalker Anstoß erwartete, liefen die Gäste noch einmal zu ihrer mit über 4000 Zuschauern ausverkauften Fankurve, um die Anhänger ein letztes Mal einzuschwören. Die Heimfans im mit 41.939 Zuschauern erstmals in dieser Saison ausverkauften Stadion quittierten das mit Pfiffen.

Kevin Kampl überraschend auf der Bank

RB-Trainer Ralf Rangnick hatte im Vergleich zum Europapokalsieg gegen Celtic wieder sieben Umstellungen vorgenommen. Unter anderem Timo Werner, Yussuf Poulsen und Diego Demme rückten zurück in die Startelf. Erstaunlich war, dass zunächst auch Kevin Kampl nur auf der Bank saß. Stefan Ilsanker spielte dafür als zentraler, defensiver Mittelfeldspieler im 4-3-3-System. Sabitzer füllte die Rolle des nach wie vor an der Leiste verletzten Emil Forsberg im zentralen Mittelfeld aus.

 

Aggressive Schalker stören früh

Das Fehlen der beiden Kreativspieler Kampl und Forsberg war RB denn auch anzumerken. Anders als am Donnerstag gegen die schwachen Glasgower bekam Leipzig gegen Schalke zu wenig Kontrolle ins Offensivspiel. Ilsanker fiel im Vergleich zu Kampl deutlich ab. Und auch Sabitzer hatte als Forsberg-Double wenige gelungene Momente. Schalke hielt aggressiv dagegen, gewann in der ersten Hälfte 55 Prozent der Zweikämpfe und störte das Aufbauspiel der Leipziger. Zwar bewegten sich die Offensivspieler von RB viel, hatten 60 Prozent Ballbesitz, doch immer hatten die statt in Königsblau in Textmarker-Grün gekleideten Gelsenkirchener einen Fuß dazwischen.

Bei RB lief mit Diego Demme, Marcel Halstenberg und Werner viel über Links, häufigere Verlagerungen auf die rechte Seite, wo Nordi Mukiele zu wenig ins Angriffsspiel eingebunden waren, hätten dem Spiel der Leipziger gutgetan. Chancen waren Mangelware.

Chancen zur Führung  auf beiden Seiten

So dauerte es bis zur 21. Minute, ehe Timo Werner die erste Chance des Spiels hatte. Der 22-Jährige nahm sich ein Herz und zog von der linken Ecke des Strafraums auf das rechte Dreiangel. Sein Schuss strich nur knapp über den Kasten des erst 22 Jahre alten Ersatzkeeper Alexander Nübel. Der gebürtige Chemnitzer Ralf Fährmann fehlte nach wie vor wegen Adduktorenbeschwerden. In der 40. Minute hatte die Schalker Glück, als Nübel nach einer Ecke neben den Ball faustete, doch die Abwehrkollegen retteten den Schlussmann.

Nach etwa 25 Minuten war Schalke gefährlicher geworden, vergab aber eine Doppelchance zum Ausgleich. Mark Uths Ablage auf Matija Nastasic konnte Dayot Upamecano gut klären. Beim darauffolgenden Eckball schlief der junge Franzose und ließ Breel Embolo unbedrängt köpfen. Dessen Kopfball aus sechs Metern landete Zentimeter neben dem Kasten (28.). Die gefährlichste Chance der ersten Hälfte.

Auch in der zweiten Hälfte begann RB präsenter. Die größte Chance aber hatte erneut der Ruhrpottklub, als der Kopfball des starken Weston McKennie die Latte streifte (50.). Ein vermeintlicher Treffer von Poulsen zählte wegen Abseitsposition zurecht nicht (52.).

Dominante Schlussphase für RB Leipzig

In der 68. Minute hatte Rangnick ein Einsehen und brachte endlich Kampl für Ilsanker. Weil das noch nicht genügend Wirkung zeigte, legte er gleich einen Doppelwechsel hinterher (81.). Jean-Kévin Augustin und Bruma sollten den Siegtreffer erzwingen. Es war nun ein Spiel auf ein Tor, doch Schalkes Abwehr räumte fast alles ab. Leipzig fehlten Lösungen, Zug zum Tor und Tiefgang. Augustins Versuch nach Vorarbeit von Poulsen entschärfte Nübel (84.). So blieb es beim Abnutzungskampf – letztlich ein gerechtes Unentschieden.