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„Joker“ Timo Werner schießt RB Leipzig ins Achtelfinale

Timo Werner holt sich die Glückwünsche der RBL-Kollegen Poulsen und Halstenberg ab.

Timo Werner holt sich die Glückwünsche der RBL-Kollegen Poulsen und Halstenberg ab. Foto: imago

RB Leipzig hat das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Gegen 1899 Hoffenheim brachte die Einwechslung von Stürmer Timo Werner die Entscheidung – der Nationalspieler traf doppelt zum 2:0 für RBL. Von Ullrich Kroemer

Julian Nagelsmann tigerte mit verschränkten Armen und finsterer Miene an der Seitenlinie umher. Auch im zweiten Duell gegen seinen künftigen Klub hatte der erst 31 Jahre alte Startrainer das Nachsehen. Wie bereits zuvor in der Bundesliga bezwang RB Leipzig die TSG Hoffenheim mit 2:0 (0:0) auch im DFB-Pokal und steht nun erstmals seit der Saison 2014/15 im Achtelfinale. Weiter haben es die Leipziger in diesem Wettbewerb noch nie gebracht.

Nur 21.042 Zuschauer wollten das live in der ARD übertragene Duell der Taktikfüchse Ralf Rangnick und Nagelsmann sehen. Abgesehen von den Qualifikationsspielen für die Europa League Minuskulisse bei RB in dieser Saison. Die Zuschauer, die es ins Stadion geschafft hatten – darunter knapp 500 Hoffenheimer –, hatten anfangs auch wenig Lust, ihre Teams nach vorn zu peitschen. Eine merkwürdige Geisterkulisse – passend zu Halloween.

Geisterkulisse bei RB Leipzig gegen 1899 Hoffenheim

Allerdings trug die vor sich hin plätschernde erste Hälfte auch nicht dazu bei, die Fans zu packen. Beide Mannschaften begannen deckungsgleich in 5-3-2-Formationen und neutralisierten sich taktisch.

Die erste Gelegenheit hatten die Hoffenheimer, als Ishak Belfodil eine Flanke am langen Pfosten verpasste (9.). Mehr Gefährliches hatte die TSG in den ersten 45 Minuten nicht zu bieten. RB Leipzig lieferte zunächst auch kein Chancen-Feuerwerk ab, dennoch hätten die Hausherren mit einer Führung in die Kabine gehen müssen. Stürmer Jean-Kévin Augustin – einer von lediglich vier Neuen in der Leipziger Startformation – zögerte jedoch nach schöner Hereingabe von Yussuf Poulsen zu lange mit dem Abschluss aus kurzer Distanz, sodass Ermin Bicakcic noch auf der Linie retten konnte (35.).

Timo Werner kommt und sorgt direkt für die Führung

„Das ist kein super Spiel, man hat gesehen, dass beide Mannschaften viele Spiele absolviert haben”, sagte der verletzte Emil Forsberg in der Halbzeitpause übers Stadionmikrofon. „Wir müssen gefährlicher und zielstrebiger werden.”

Timo Werner, der zur zweiten Hälfte für den verletzten Augustin ins Spiel kam, beherzigte Forsbergs Worte. Marcel Halstenberg kratzte nach schönem Seitenwechsel von Sabitzer einen Ball von der Torauslinie und flankte in den Hoffenheimer Strafraum, wo Werner heransprang und zum 1:0 vollstreckte (48.).

RB Leipzig dreht nach der Führung weiter auf

Das Tor öffnete die bis dahin zähe Partie. Da die Gäste nun mehr riskieren mussten, boten sich für RB Räume für Konter. Die erste Gelegenheit zum 2:0 vergab Werner noch zu eigensinnig, als er Poulsen nicht bediente. Keine Minute später machte es der Däne besser, als er ein Zuspiel von Kevin Kampl verarbeitete und auf Werner in der Strafraummitte ablegte, der sich einmal um die eigene Achse drehte und gegen den machtlosen Hoffenheimer Pokal-Keeper Gregor Kobel aus der Schweiz traf (56.). Danach drehte RB mächtig auf, hatte durch Poulsen (62.) und Kampl (63.) weitere Großchancen und verteidigte in der Schlussphase aufmerksam, sodass am Ende doch noch so etwas wie Pokal-Atmosphäre durch das Stadion schwappte.

Statistik: RB Leipzig – 1899 Hoffenheim 2:0 (0:0)

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Upamecano, Halstenberg – Ilsanker, Demme – Kampl (79. Laimer), Sabitzer (90. Mukiele) – Augustin (46. Werner), Poulsen
1899 Hoffenheim: Kobel – Adams Nuhu, Vogt, Bicakcic (67. Grifo) – Brenet, Demirbay, N. Schulz – Kramaric, Bittencourt (57. Nelson) – Szalai (36. Joelinton), Belfodil
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Zuschauer: 21.042
Tore: 1:0 Werner (48.), 2:0 Werner (56.)
Gelbe Karten: Bicakcic