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Nagelsmann „verschwendet” schon ein paar Gedanken an Leipzig

Schonmal Probesitzen: Julian Nagelsmann (Foto: imago).

Schonmal Probesitzen: Julian Nagelsmann (Foto: imago).

Julian Nagelsmann hat auch im zweiten Anlauf gegen seinen künftigen Chef – Verzeihung: Vorgesetzten –  Ralf Rangnick verloren. Der 31-Jährige steckte die Niederlage seiner TSG Hoffenheim gegen seinen künftigen Klub RB Leipzig äußerlich cool weg und gestand am Ende des Abends ein, schonmal an seinen künftigen Arbeitsplatz gedacht zu haben. Von Ullrich Kroemer.

Julian Nagelsmann lachte etwas verlegen, als er nach dem Spiel darauf angesprochen wurde, ob es ihn beschäftigt habe, in acht Monaten nicht mehr als Gästetrainer, sondern als neuer Chefcoach von RB im Leipziger Stadion an der Seitenlinie zu stehen.

Julian Nagelsmann: „Bin mit Leib und Seele Trainer in Hoffenheim”

„Es ist ganz menschlich, dass man ein paar Gedanken daran verschwendet, wenn man in Leipzig landet”, bekannte Nagelsmann, rechtfertigte sich jedoch umgehend für seine Emotionen. „Aber ich bin mit Leib und Seele Trainer in Hoffenheim. Da brauchen Sie keine Angst zu haben.”

Sonst begegneten sich Rangnick und Nagelsmann freundschaftlich, aber nüchtern. Beide umarmten sich vor Anpfiff, gaben sich nach Abpfiff die Hand und hörten dem anderen aufmerksam bei den Analysen bei der PK zu. Nagelsmann gab sich wie gewohnt höchst analytisch. Ungefähr so, als schreibe er für einen Taktik-Blog.

Julian Nagelsmann: „Waren die ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte nicht mehr auf dem Platz”

Der Jungstar der Branche sagte Sätze wie: „In den 20 Minuten nach der Pause haben wir genau die Konterräume preisgegeben, die wir auch im Ligaspiel gesehen haben. Wir hatten es eigentlich sehr gut analysiert. Doch RB musste die Konter nicht auf direktem Wege zu Ende spielen, sondern konnte immer nochmal abkappen, neu aufziehen und einen Spieler mehr in die Box holen.”

Die Situationen, die zu den Toren durch Timo Werner führten, hatte sein Team „eigentlich im Griff, aber dann bleiben wir auf der einen Seite stehen und verteidigen dann den ballfernen Spieler nicht mehr”, bemängelte Nagelsmann. Kritisch fügte der Trainer in Richtung seiner Mannschaft an: „Die ersten 20 Minuten in der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr auf dem Platz.”

In der ARD rechtfertigte sich Nagelsmann für seinen anfangs sehr defensiven Matchplan. „Letztes Jahr haben wir hier 5:2 gewonnen, nachdem wir sehr tief standen”, sagte er und erklärte: „Wir würden auch gern alle drei Tagen ein Offensivfeuerwerk abrufen. Aber das ist einfach nicht möglich.” Durchaus sympathisch und selbstironisch gestand er ein: „Aber das Ergebnis spricht nicht für den Plan des Trainers.”