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Werners nächster Doppelpack: RBL jubelt auch in Berlin

Timo Werner trifft vorbei an Keeper Rune Jarstein zum 2:0 für RB Leipzig in Berlin.

Timo Werner trifft vorbei an Keeper Rune Jarstein zum 2:0 für RB Leipzig in Berlin. Foto: imago

Auf Timo Werner ist Verlass: Der Stürmer legte am Samstag mit seinem Doppelpack den Grundstein für den klaren 3:0 (1:0)-Auswärtssieg von RB Leipzig bei Hertha BSC Berlin. Durch den Erfolg in der Hauptstadt kletterte RB zumindest vorübergehend auf den dritten Tabellenplatz. Aus dem Stadion berichtet Ullrich Kroemer, Berlin.

Es bleibt dabei: Berlin ist für RB Leipzig immer eine Reise wert, bei der viele Tore garantiert sind. Das wegweisende Verfolgerduell in der Bundesliga gewannen die Leipziger gegen den Tabellennachbarn mit 3:0 (1:0) und kletterten dadurch auf Tabellenplatz drei. Durch die beste Saisonleistung in der Liga vor 50.382 Zuschauern bauten die Leipziger auch ihre beeindruckenden Serien aus: Auch im zehnten Spiel in Serie hat RBL nicht verloren und zum sechsten Mal hintereinander stand hinten die Null. Ein Ausrufezeichen und Signal an die Ligaspitze. Hertha musste die erste Niederlage der Saison hinnehmen.

RB Leipzig siegt in Berlin: Starker Auftritt von Timo Werner

Eigentlich war im Vergleich beider Teams, die zu den defensivstärksten der Liga gehören, ein hartes Abwehrduell erwartet worden. Doch beide Mannschaften begannen mit offenem Visier. RB-Trainer Ralf Rangnick hatte mit Timo Werner, Bruma und Matheus Cunha eine offensive Aufstellung gewählt und begann im 4-3-3-System dementsprechend stürmisch. Kurz nach dem Anpfiff steckte Kevin Kampl einen Ball zu Timo Werner durch, der mit Rechts abschloss, aber an Hertha-Keeper Rune Jarstein scheiterte (1.).

Auch wenig später parierte Jarstein zunächst Werners Kopfball, den er nach Diagonalflanke von Marcelo Saracchi und Kopfballablage von Willi Orban aufs Tor brachte. Doch Jarstein bekam den Ball nicht zu fassen, Werner reagierte am schnellsten und spitzelte den Ball zur frühen Führung ins Tor (7.).

Da auch die Hertha nun langsam aufwachte, entwickelte sich ein attraktives Spiel. Cunha hätte nach tollem Doppelpass mit dem präsenten Marcel Sabitzer das 2:0 nachlegen können, geriet aber nach technisch brillanter Aktion im Strafraum beim Abschluss in Rücklage und schoss über den Kasten (19.).

RB-Fans sorgen für Stimmung im Stadion

Hertha kam vor allem mit Valentino Lazaro und Salomon Kalou über die rechte Seite, wo Leipzigs Saracchi und Kampl Probleme hatten, die Seite zu verteidigen. Kalou vergab nach toller Hereingabe von Lazaro freistehend wenige Meter vor dem Tor (10.). Bei einem Kopfball von Kalou bekam RB-Torhüter Pete Gulacsi gerade noch die Hand dazwischen.

Doch die Leipziger hielten nicht nur dagegen, sondern kombinierten ihrerseits dominant – oft über die linke Seite – und hatten erneut durch Werner (28.), als Herthas Niklas Stark mit einer harten, aber sauberen Grätsche in höchster Not klären musste, und bei Sabitzers zu laschem Distanzschuss (32.) weitere Chancen in Umschaltsituationen.

Zum Ende der ersten Hälfte dann wurde wieder die Hertha stärker und hatte durch Vedad Ibisevic, der einen Freistoß nur mit dem Schienbein traf (41.), und einem Schnittstellenpass des starken Kalou, den der Bosnier verdribbelte (44.), tolle Gelegenheiten. Eine furiose erste Hälfte, die gut auch hätte 2:2 enden können, in der RB jedoch was die Statistikdaten angeht in allen Belangen besser war. Den 4500 mitgereisten RB-Fans, die die Stimmung im Olympiastadion wegen des Bannerverbots und Stimmungsboykotts bei der Hertha dominierte, gefiel das.

Hertha BSC Berlin: Davie Selke bleibt gegen den Ex-Klub RBL torlos

Zur zweiten Hälfte brachte Rangnick positionsgetreu Lukas Klostermann für Nordi Mukiele. Und Leipzig startete auch in die zweiten 45 Minuten wie aufgedreht. Die ersten beiden Großchancen, jeweils nach Pass von Bruma, vergab Werner noch (48./51.). Die dritte Co-Produktion des Duos führte dann zum 2:0.

Nach aggressiver Balleroberung von Marcel Sabitzer und Pass von Klostermann ließ sich Bruma nicht abdrängen, marschierte mit dem Ball eng am Fuß in Richtung Hertha-Tor und bediente Werner, der gemeinsam mit Kampl auf der linken Seite eingelaufen war. Diesmal blieb Werner cool, verlud Jarstein und schoss den Ball links unten ins Tor (53.). Bereits der vierte Doppelpack von Werner in dieser Saison. Nach dem Treffer klatschte der Nationalstürmer demonstrativ mit dem Mannschaftsarzt ab, der ihn in der ersten Hälfte mehrfach am Fuß behandelt hatte.

Herthas Trainer Pal Dardai brachte nun den Ex-Leipziger Davie Selke, den einige RB-Fans mit Pfiffen begrüßten, und Matthew Leckie und stellte um. RB hatte nun kurzzeitig deutlich mehr Probleme, das Offensivspiel der Berliner zu verteidigen, die mehr Platz zum Spielen hatten. Zwar geriet Leipzig nun häufiger in Bedrängnis, und auch die Stimmung in der Ostkurve brandete kurz auf, doch echte Torchancen konnte die Hertha nicht herausspielen, da die Rasenballsport-Viererkette hervorragend verteidigte.

Cunha setzt den Schlusspunkt mit einem Traumtor

Stattdessen hatte Werner nach Vorlage von Cunha das 3:0 auf dem Fuß, hätte nach der Hereingabe des Brasilianers nur noch einzuschieben brauchen, vergab aber gegen Jarstein (73.). Kurz darauf machte es Cunha dann nach einem hohen Ball von Werner selbst. Der 20-Jährige behauptete den Ball 30 Meter vor dem Tor gegen drei Berliner und schloss aus gut 20 Metern zum 3:0 ab – Traumtor (75.).

Danach war die Partie gelaufen und Herthas Gegenwehr gebrochen. „Einer geht noch, einer geht noch rein”, sangen die Leipziger Fans. Doch es blieb beim 3:0. Nach 4:1 und 6:2 in den vorherigen Spielzeiten endete auch der dritte Ausflug von RB in die Hauptstadt mit einem deutlichen Sieg, den die Gäste-Anhänger euphorisch feierten.