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Rangnick ärgert Siegtreffer: „Darfst du so nicht kassieren”

Harte Bandagen: Celtics Boyata und McCallum gegen Bruma (Foto: imago).

Harte Bandagen: Celtics Boyata und McCallum gegen Bruma (Foto: imago).

Trainer Ralf Rangnick und die Spieler von RB Leipzig verließen den Celtic-Park nach der vermeidbaren 1:2-Niederlage in der Europa League unzufrieden. Vor allem der prompte Gegentreffer nach dem Ausgleich ärgerte die RBL-Protagonisten. Die Stimmen zum Spiel. Von Ullrich Kroemer, Glasgow.

Die Spieler stocherten lustlos in ihrem Vollkornnudel-Lunchpaketen, als sie den Celtic-Park verließen. „Wir sind alle enttäuscht, weil wir viele Chancen hatten und dann ein blödes 2:1 kriegen”, sagte Konrad Laimer. „Es kommt gefühlt einfach jeder zu spät und dann spielen sie es mit einfachem Fußball einfach aus. So darf uns das nicht passieren. Das Tor war zu einfach, vor allem in einer Druckphase, wo wir wieder aufkommen.”

Rangnick: „Viele Spieler nicht bereit zu verteidigen”

Coach Rangnick saß schmallippig auf dem Pressepodium im Zelt vor dem „Paradise” und sagte: „Niemand in der Kabine ist glücklich über den Ausgang des Spieles und den Verlauf nach dem 1:1. Am meisten ärgere ich mich über das Gegentor zum 2:1. Das darfst du so nicht kassieren. Da waren viele Spieler nicht bereit, richtig zu verteidigen und nicht gedanklich online”, ärgerte sich Rangnick. „Wir haben es dem Gegner leicht gemacht, dieses Tor zu erzielen.”

Direkt nach dem Ausgleich durch Augustin (79.) hatte Celtic über Sinclair und Christie auf Edouard kombiniert, der postwendend den Siegtreffer erzielte (80.). „Wenn du in der 79. Minute den Ausgleich machst, darfst du nicht mehr so ein Gegentor kassieren. Wenn du nach dem Anstoß, ohne selbst einmal den Ball berührt zu haben, das 2:1 kassierst, dann müssen wir uns das selbst zuschreiben. Das hat uns um den Lohn gebracht.”

Kampl: „Stürmer bekamen Probleme, in Ballbesitz zu kommen”

Weshalb RB nach den ersten zehn Minuten in der ersten Hälfte derart unter Druck geraten war, erklärte Kevin Kampl so: „Sie haben früher zugestellt, besser gepresst als im Hinspiel und haben es geschafft, unsere Stürmer eng zu decken. So bekamen die Stürmer Probleme, in Ballbesitz zu kommen”, analysierte der Mittelfeldmann. „Wir hätten mehr die Lücken aufreißen müssen durch Tiefgang, um da Unordnung in die Abwehr zu bringen. Aber das haben wir in der Halbzeit auch angesprochen und haben das in der zweiten Hälfte auch deutlich besser gemacht.”

Nun ist das Rennen um den zweiten Platz in der Gruppe B wieder vollkommen offen. Sowohl Celtic als auch RB haben sechs Punkte. „Mit einem Unentschieden hätten wir noch einen Sieg gebraucht. Jetzt brauchen wir einen Sieg in Salzburg und danach womöglich nochmal einen Sieg in Trondheim. Daher ist es so ärgerlich, dass wir den Punkt nicht mitnehmen konnten”, sagte Rangnick.