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Matchplan gegen Bayer: Leipzig will Leverkusens Defensiv-Lethargie nutzen

Ratloses Offensiv-Trio: Julian Brandt, Leon Bailey und Kai Havertz (Foto: imago).

Ratloses Offensiv-Trio: Julian Brandt, Leon Bailey und Kai Havertz (Foto: imago).

Offensiv gehört der Kader von Bayer Leverkusen zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Doch defensiv offenbaren die Leverkusener Schwächen, die RB-Trainer Ralf Rangnick ganz bewusst ausnutzen will. Von Ullrich Kroemer.

Die Qualität von Bayer Leverkusen in der Offensive ist unbestritten. Warum Bayer mit Spielern wie Leon Bailey, Kai Havertz, Julian Brandt, Karim Bellarabi und Kevin Volland lediglich Tabellenrang 13 belegt, ist auf den ersten Blick nicht zu erklären.

„Sie haben ein gutes Tempo vorn, fußballerisch gute Qualitäten. Kai Havertz ist für mich einer der besten Spieler, den sie haben”, warnte Rangnick vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr). Jung-Nationalspieler Havertz gibt ligaweit die fünfmeisten Torschüsse ab (27), traf bereits drei Mal und flankt häufig von der rechten Seite.

Rangnick über Leverkusen: „Nicht alle Offensivspieler schreien sofort hurra, wenn sie verteidigen müssen”

Doch es ist Leverkusens Anfälligkeit in der Defensive die dem Team von Trainer Heiko Herrlich bisher die Saison verhagelt. Mit 21 Gegentoren hat die Bayer-Elf bislang mehr als zwei Treffer pro Schnitt kassiert. Eine Quote, mit der man nicht erfolgreich sein kann.

Vor allem im Umschaltspiel hat Rangnick große Defizite ausgemacht, auch was Einstellung angeht. „Da gibt es Möglichkeiten gegen Leverkusen”, sagte Rangnick und erklärte: „Nicht alle ihre Offensivspieler schreien sofort hurra, wenn sie defensiv zurücksprinten, nachsetzen und rückwärts verteidigen müssen. Genau diese Situationen müssen wir versuchen herbeizurufen durch unser aggressives Spiel gegen den Ball.”

Rangnick mahnt „Aufmerksamkeit und Timing beim Attackieren” an

Dazu müssen die Leipziger jedoch wieder konzentrierter sein als beim 1:2 in Glasgow. „Das Problem war, dass es an Aufmerksamkeit gemangelt hat”, sagte Rangnick und monierte, dass beim ersten Gegentreffer „innerhalb von zwei Sekunden sechs Spieler nicht mehr hinter dem Ball” gewesen seien, als Celtic einen Freistoß schnell ausgeführt hatte. Und beim 2:1 seien seine Spieler „fünf mal zu spät gekommen. Jeder wollte mit einem Fehler den Fehler des Vorgängers kompensieren.”

Rangnick betonte: „Es kommt auf Kleinigkeiten an. Da spielen Aufmerksamkeit und Timing beim Attackieren eine gewichtige Rolle. Wenn wir das gut machen, ist es weiterhin extrem schwer, gegen uns Tore zu schießen.”

Mit welcher Maßgabe Heiko Herrlich seine Spieler in das Duell in Leipzig schickt, lesen Sie hier.