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Souveräner Auftritt: RB besiegt auch Leverkusen ohne Gegentor

RBL-Stürmer Yussuf Poulsen schreit seine Freude über sein 1:0 gegen Bayer Leverkusen raus.

RBL-Stürmer Yussuf Poulsen schreit seine Freude über sein 1:0 gegen Bayer Leverkusen raus. Foto: dpa

RB Leipzig setzt sich in der Spitzengruppe der Bundesliga fest. Am Sonntag gewann das Team sein Heimspiel gegen Bayer Leverkusen verdient und überzeugend mit 3:0 (1:0). Aus dem Stadion berichtet Ullrich Kroemer.

Viele Zuschauer in der Leipziger Arena blieben auch nach Abpfiff noch auf ihren Sitzen und skandierten: „Einmal Leipzig, immer Leipzig”. Die Spieler ließen sich auf der Ehrenrunde zu Recht feiern. Denn RB hat das Duell gegen das vor Saisonbeginn hoch gehandelte Team von Bayer 04 Leverkusen hoch verdient mit 3:0 (1:0) gewonnen und blieb somit auch im zehnten Bundesligamatch in Serie ungeschlagen – die letzten fünf Spiele zu Null.

Timo Werner bringt RB Leipzig neuen Schwung

Dass Rasenballsport durch den sechsten Bundesligasieg auch den FC Bayern überholte und nun auf Tabellenplatz drei rangiert, ist für RB ein besonderes Schmankerl vor der Länderspielpause. Den Leipzigern genügte vor 36.155 Fans – davon etwa 1000 aus Leverkusen – eine kontrollierte, reife, konzentrierte Leistung gegen viel zu harmlose Leverkusener.

Trainer Ralf Rangnick setzte im Vergleich zum 1:2 bei Celtic Glasgow auf acht neue Spieler in der Startelf. Neben Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer blieb auch der gegen Celtic schwache Stefan Ilsanker im Team – allerdings diesmal als Abwehrspieler. Um gegen die schnellen Flügelstürmer Julian Brandt und Kai Havertz gewappnet zu sein, setzte Rangnick gegen die Werkself auf einen Fünfer-Abwehrriegel.

In der Offensive konnte Timo Werner überraschend wieder mitwirken, nachdem Rangnick am Freitag noch infrage gestellt hatte, ob der Stürmer wegen seiner Schmerzen am großen Zeh überhaupt für die Länderspiele zur Verfügung steht. Doch Werner biss auf die Zähne und konnte ebenso wie Yussuf Poulsen spielen, der seine Rückenbeschwerden überwunden hatte. Und es waren auch die beiden Angreifer, die im Fokus standen.

RB Leipzig hat das Spiel von Beginn an im Griff

Die Partie begann gemächlich, beide Teams tasteten sich etwas behäbig ab. Erste Szenen hatte Werner, als er von der linken Strafraumecke abzog und Bayer-Torwart Lukas Hradecky den Schlenzer mit den Fingerspitzen über das Tor lenkte (11.). Auf der Gegenseite hatte Ilsanker die größte Chance für die Gäste, der eine Flanke beim Klärungsversuch nur knapp neben das eigene Tor verlängerte (13.). Viel mehr war in den ersten 25 Minuten nicht los.

Mehr Fahrt nahm die Partie erst auf, als RB in Führung ging. Diego Demme flankte gefühlvoll in den Bayer-Strafraum, wo Yussuf Poulsen den Ball mit ebenso viel Gefühl in der Fußspitze über Hradecky hinweg in den Kasten lupfte (27.). Poulsen schrie die Freude über seinen fünften Ligatreffer bereits an der Eckfahne in Richtung Fankurve heraus, als Schiedsrichter Martin Petersen den Treffer prüfte, weil der Linienrichter eine Abseitsstellung gesehen haben wollte.

Doch die Kollegen im Kölner Keller konnten den Irrtum schnell aufklären, sodass die Leipziger mit kurzer Verzögerung ein zweites Mal jubeln durften. Ab diesem Zeitpunkt war RB klar spielbestimmend, Kevin Kampl hatte nach Vorlage von Werner die Chance zum zweiten Treffer, schoss aber ans Außennetz (31.). Auf der anderen Seite zeigte Jung-Nationalspieler Havertz mal seine Schnelligkeit und technische Finesse, als er Ilsanker abschüttelte und mit dem Außenrist nur knapp über das Tor schoss (36.).

Poulsens Torjubel wird vom Video-Schiedsrichter unterbrochen

In der zweiten Hälfte brachte Bayer-Coach Heiko Herrlich den derzeit formschwachen Leon Bailey. Bereits in der ersten Hälfte hatte Bayer seine Fünfer-Abwehrkette aufgelöst und Mitchell Weiser auf die rechte Seite beordert, um die Marcel Halstenberg, Kampl, Werner & Co. auf der Seite besser kontrollieren zu können. Doch das brachte nichts ein.

RB verwaltete anfangs clever, hatte deutlich mehr Spielanteile, presste nun höher und drängte die Gäste desöfteren in den eigenen Strafraum. Nach einem Einwurf von der linken Seite gelangte der Ball über Sabitzer zu Klostermann, der völlig frei vor Hradecky auftauchte und den Ball in die lange Ecke schob (68.). Der zweite Bundesligatreffer des U21-Nationalspielers in seinem 100. Pflichtspiel für Rasenballsport. Danach drückte RB weiter; und Klostermann war auch am zweiten Treffer beteiligt, als er einen Ball des eingewechselten Dominik Kohr eroberte und auf Poulsen passte, der nur noch zu seinem sechsten Ligatreffer einzuschieben brauchte (86.).

Leverkusen zeigte eine indiskutable Leistung, war nur durch einen Freistoß von Bailey gefährlich, den Peter Gulacsi mit einer Glanztat um den Pfosten herum lenkte (76.). RB indes geht mit genau dem Punkteschnitt in die Pause, den Rangnick anpeilt: 2,0. Kurs: Champions League.

Statistik: RB Leipzig – Bayer Leverkusen 3:0 (1:0)

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Upamecano, Halstenberg – Demme, Ilsanker – Sabitzer (88. Augustin), Kampl (89. Bruma) – Poulsen, Werner (82. Laimer)
Bayer Leverkusen: Hradecky – Weiser (72. Alario), Tah, S. Bender, Wendell – L. Bender, Ch. Aranguiz (66. Kohr) – Brandt, Havertz, Jedvaj (46. Bailey) – K. Volland
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)
Zuschauer: 36.155
Tore: 1:0 Poulsen (27.), 2:0 Klostermann (68.), 3:0 Poulsen (85.)
Gelbe Karten: K. Volland (2)