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Mit Tyler Adams wechselt ein US-Nationalspieler zu RB Leipzig. (Foto: Imago)

Mit Tyler Adams wechselt ein US-Nationalspieler zu RB Leipzig. (Foto: Imago)

Das ist RB-Neuzugang Tyler Adams

Im Vorlauf der Partie gegen Borussia Mönchengladbach hatte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bei Sky noch angekündigt, dass es in Sachen Transfers vielleicht schon bald Neuigkeiten gibt. Am Abend dann verkündete RB Leipzig die Verpflichtung von Tyler Adams. Wer ist das US-Talent? Eine Analyse von Matthias Kießling.

Adams-Wechsel im Sommer scheiterte noch

Schon seit September gilt die Verpflichtung des Mittelfeldmanns von den New York Red Bulls als sicher. Adams ist einer von zwei Spielern, die RB Leipzig bereits im Sommer gern verpflichtet hätte. Allerdings war er für die Meisterschaftspläne des US-Klubs zu wichtig. Die New Yorker Roten Bullen scheiterten aber zuletzt im Halbfinale mit einem Gesamtergebnis von 1:3 nach Hin- und Rückspiel an Atlanta United.

Das Ende der Saison in den USA machte auch den Weg frei für den ersten von mindestens zwei Neuzugängen des Winters. Mit diesen will RB Leipzig vor allem die Lücken im zentralen Mittelfeld schließen. Zuletzt hatte man dort aufgrund verschiedener Ausfälle große Probleme.

Tyler Adams schon seit Jahren auf dem Leipziger Radar

Mit Tyler Adams kommt nun ein Neuzugang nach Leipzig, der neben Spielern wie Weston McKennie oder Christian Pulisic zu den großen Talenten des US-Fußballs zählen darf. Mit seinen erst 19 Jahren hat Adams bereits neun Länderspieleinsätze vorzuweisen und dabei auch schon einen Treffer erzielt. Zuletzt kam er gegen Italien über 90 Minuten zum Einsatz.

Auf dem Schirm hat RB Leipzig den US-Boy schon lange. Bereits Anfang 2016 weilte er mit 16 Jahren zum Probetraining in Sachsen und kam dabei auch in einem U19-Testspiel gegen Bayern München zum Einsatz. „Das war eine phänomenale Erfahrung. Die Anlagen, die Spieler und die Trainer sind Weltklasse“, zeigte er sich damals begeistert. Ein Wechsel wäre zu diesem Zeitpunkt aufgrund von FIFA-Reglementierungen noch nicht möglich gewesen. International dürfen Spieler erst ab 18 Jahren wechseln.

Adams durchläuft bei den New York Red Bulls alle Stufen

Seit 2011 spielte Tyler Adams bereits bei den New York Red Bulls. Dort durchlief er sämtliche Nachwuchsstufen vom dortigen Jugend-Entwicklungsprogramm bis hin zur Nachwuchsakademie. Acht Jahre haben eine feste Bindung zwischen Tyler Adams und dem Klub entstehen lassen.

„Die Red Bulls sind Teil meines Lebens und des Lebens meiner Familie. Sie sind meine andere Familie“, erklärte Tyler Adams zuletzt in einem persönlichen Beitrag zu seiner Entwicklungs- und Familliengeschichte. „Dieser Verein hat mir so viel gegeben. Was auch immer in den nächsten Wochen passiert, es wird nichts an meinen Gefühlen für diesen Ort und diese Mannschaft ändern und auch nichts an meiner Wertschätzung für die Liebe, die ihr alle mir und meiner Familie gegeben habt.“

„Es war definitiv keine einfache Entscheidung“, erklärt Tyler Adams zu seinem Wechsel. „Es ist aber der wahrscheinlich beste Schritt, den ich für meine Entwicklung machen kann. Ich bin froh, Teil der Red-Bull-Familie bleiben zu können.“

Aus dem Klub hört man nur bestes über Tyler Adams: „Wir unterstützen Tylers Entscheidung, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu nehmen und wünschen ihm das allerbeste. Wir sind als Klub sehr stolz, dass es Tyler Adams vom Red Bull Sommercamp über die regionale Entwicklungsschule und unsere Akademie bis in die erste Mannschaft, die US-Nationalmannschaft und nun zu einem der Topklubs in einer der Topligen der Welt geschafft hat.“

RB Leipzig bekommt neuen Spieler für die Sechs

Mit Adams bekommt RB Leipzig einen talentierten Mittelfeldspieler, der das Niveau mitbringt, der Mannschaft auch schon sofort weiterzuhelfen. Am ehesten dürfte Adams auf der Sechs zu Hause sein und eine Entlastung für Diego Demme darstellen. Seine Stärken liegen in der Balleroberung und in einer taktisch schlauen Positionierung in der Defensive.

Aber auch seine Spieleröffnung ist gut und mit seiner Dynamik kann er auch immer wieder an und in den gegnerischen Strafraum ziehen und dort für Torgefahr sorgen. Das dürfte ihn zu einer offensivstärkeren Alternative zu Diego Demme machen, selbst wenn das Toreschießen auch bei Tyler Adams bisher nicht zur Kernkompetenz gehört.

 

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To all the people who have supported me in my 8 years with the @newyorkredbulls, thank you. It’s hard to put into words what this club and city has meant to me. As a 12 year old I was brought into a club with a dream to become a professional. At 16 my dream become reality and I have worked hard to be the best player and person I could to represent this club in the right way. I hope you all have enjoyed every second of this ride as much as me. I can’t thank the organization, friends, and my family members enough for helping me make this next decision in my career. I have developed so much as a player and person, I’m now ready for the next challenge. RB Leipzig, I can’t wait to get started. @dierotenbullen ❤️🙌🏽 #RBNY #DieRottenBullen #rbleipzig

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Wie schnell gewöhnt sich Tyler Adams an die Bundesliga?

Fraglich beim Transfer von Tyler Adams bleibt, wie schnell er sich von der Geschwindigkeit der Major League Soccer auf die Bundesliga einstellen kann. In Deutschland kann Adams nicht mit ähnlichen Räumen für seine Pässe oder Tempodribblings rechnen wie in Amerika. Zudem muss er sich auf physisch wesentlich robustere Gegenspieler einstellen. Für den eher schmächten 1,76m-Mann auf jeden Fall etwas, was er für sein Spiel adaptieren muss.

Die Qualität sich in Europa durchzusetzen hat Tyler Adams in jedem Fall. Von seinem ganzen Typus her erinnert er an Joshua Kimmich, der es auch schnell schaffte, sich immer wieder dem jeweiligen neuen Niveaulevel anzupassen. Es gibt aber auch Beispiele wie Matt Miazga. Am Innenverteidiger soll RB Leipzig einst in seiner Zeit bei den New York Red Bulls auch interessiert gewesen sein. Mit 20 wechselte der Anfang 2016 zum FC Chelsea. Dort konnte er sich nicht durchsetzen und tingelt seitdem als Leihspieler durch Europa.

Eine Karriere, die Tyler Adams sicher nicht vorschwebt. Wenn es nach ihm geht, wird er in der „Red-Bull-Familie“ seinen nächsten Schritt machen. Zuzutrauen ist ihm der Durchbruch in der Bundesliga auf jeden Fall.