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Yes: Ralf Rangnick hatte die Partie gegen Mönchengladbach selbst zum Sechs-Punkte-Spiel ausgerufen und freute sich umso mehr über den Sieg (Foto: dpa).

Yes: Ralf Rangnick hatte die Partie gegen Mönchengladbach selbst zum Sechs-Punkte-Spiel ausgerufen und freute sich umso mehr über den Sieg (Foto: dpa).

„Richtiges Statement” an die Konkurrenz: RB Leipzig „beißt sich oben fest”

RB Leipzigs 2:0-Triumph gegen Borussia Mönchengladbach war ein Saison-Meilenstein im Kampf um die Champions-League-Plätze. Nicht nur das Ergebnis, auch die Art und Weise war ein Ausrufezeichen, adressiert an die Bundesliga-Spitzenteams. Dessen waren sich nach Abpfiff auch Leipzigs Spieler und Trainer Ralf Rangnick sofort bewusst. Von Ullrich Kroemer.

Yussuf Poulsen zögerte einen kurzen Moment und suchte nach der richtigen Wortwahl, um den Erfolg gegen Gladbach nicht überzubewerten und dennoch die besondere Bedeutung dieses eindrucksvollen Sieges herauszustellen. Schließlich fand er genau die richtigen Worte: „Das war heute gegen den Tabellenzweiten ein richtiges Statement von uns.”

Yussuf Poulsen: „Wir sind cleverer geworden”

Das umschreibt die Aussage dieses Spiels mit Signalwirkung an die Bundesliga-Konkurrenten treffend. „Man hat heute gesehen, dass wir den Sieg unbedingt holen wollten. Alle haben alles reingepackt, alle sind marschiert. Das hat ein bisschen gefehlt gegen Wolfsburg”, sagte Poulsen und freute sich, „dass alle wieder alles gegeben haben und sich in jeden Zweikampf reingeworfen haben”.

Der Däne betonte nicht nur die stark verbesserte Offensiv- und Kreativleistung, sondern wertete die zweite Hälfte gegen die „Fohlen” auch als Beleg dafür, dass die Mannschaft gereift sei, um eine Führung auch souverän herunterzuspielen. „Wir sind cleverer geworden, sind nicht wie vergangene Saison in blöde Konter reingelaufen. Das haben wir heute sehr gut gemacht. Wir haben den Ball und die Gladbacher laufen lassen”, analysierte Poulsen.

Darüber staunte auch Gladbachs Trainer Dieter Hecking. „Leipzigs große Qualität in diesem Jahr ist neben der Offensive, dass RB Leipzig mit hoher Konzentration und Aufmerksamkeit sehr, sehr gut verteidigt.”

Peter Gulacsi: „Pflichtsieg, wenn man oben mitspielen möchte”

So war auch Kevin Kampl sofort nach Abpfiff klar, welchen Stellenwert dieser Sieg für den weiteren Saisonverlauf haben wird. „Es rückt alles wieder enger zusammen, wir beißen uns da oben noch mehr fest. Es war sehr, sehr wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben”, sagte Kampl.

Etwas nüchterner, aber sehr klar und realistisch formulierte es Torhüter Peter Gulacsi: „Wir wollten mithalten mit den Mannschaften da vorne. Es ist wichtig, gegen unsere direkten Konkurrenten, vor allem zu Hause zu punkten. Das sind Pflichtsiege, wenn man da oben mitspielen möchte. Gott sei Dank haben wir das geschafft.”

Rangnick: „Können jeden schlagen und gegen fast jeden Punkte lassen”

Trainer Ralf Rangnick wertete den Coup gegen den direkten Konkurrenten als Gradmesser dafür, wozu das Team in dieser Saison in der Lage ist. „Wenn wir alle Mann an Bord haben und unser Spiel gegen den Ball umsetzen, können wir jeden Gegner in der Bundesliga schlagen”, sagte Rangnick. „Wenn wir unseren Weg verlassen, können wir aber auch gegen fast jeden Gegner Punkte liegen lassen.”

Die Perspektive ist also klar. Wenn es die Leipziger schaffen, das Mittelfeldtrio Kampl, Demme, Sabitzer bis Weihnachten fit zu halten, sind in den vier Bundesligaspielen im Kalenderjahr 2018 in Freiburg, gegen Mainz, in München und gegen Bremen „ein paar mehr Punkte drin als als verganges Jahr bis Weihnachten”, kündigte Rangnick an. Das hieße: RB Leipzig überwintert auf einem Champions-League-Platz unter den Topteams der Bundesliga.