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Rückkehrer Kampl nach „nervender” Verletzung: „Durchziehen bis Weihnachten”

Kevin Kampl lässt Gladbachs Innenverteidiger Michael Lang (links) liegen (Foto: imago).

Kevin Kampl lässt Gladbachs Innenverteidiger Michael Lang (links) liegen (Foto: imago).

Kevin Kampl war am Sonntagnachmittag genau wie Diego Demme und Marcel Sabitzer einer der Erfolgsgaranten für den wegweisenden Sieg gegen Gladbach. Dass das Trio ihr Team nach Verletzungspausen von der ersten Minute an wieder mit Engagment und Klasse anführen konnte, machte die Rückkehr umso wertvoller. Von Ullrich Kroemer.

Kevin Kampl spricht stets leise, wenn ihn die Journalisten nach Spielen zwischen Spielertunnel und Kabine umringen. RB Leipzigs Unterschiedspieler in dieser Saison setzt seine Ausrufezeichen lieber durch seine Aktionen auf dem Platz. Gegen Borussia Mönchengladbach hatte er die meisten Ballkontakte (79) und spielte die meisten Pässe, die in den Füßen der Mitspieler landeten (53). Seine Nebenleute Diego Demme und Marcel Sabitzer glänzten unter anderem mit den meisten Laufkilometern.

Kevin Kampl: „Die Mannschaft verliert und man kann nicht helfen”

Die Einsatzfreude war allen Dreien, die zuletzt verletzt gefehlt hatten, deutlich anzumerken. Und das übertrug sich auf das gesamte Team. „Ich habe mich gefreut, dass ich spielen konnte, weil ich nach zwei Wochen Pause erst zwei Mal trainieren konnte”, sagte Kampl. Nachdem er im Training umgeknickt war, hatten ihm Sprunggelenks-Beschwerden länger zu schaffen gemacht als anfangs vermutet. „Es war eine hartnäckige Verletzung, die mich genervt hat.” Kampl berichtete, dass sich Flüssigkeit im Sprunggelenk gebildet habe. „Bis die mal raus ist und die Schmerzen nachlassen, dauert es. Zudem bewegst du dich anders und dadurch schließt sich die Muskulatur.”

So litt Kampl bei den beiden vorangegangenen Niederlagen gegen Wolfsburg und Salzburg nicht nur am dicken Knöchel, sondern auch mit seinen Kollegen. „Es war bitter, weil man sieht, dass die Mannschaft verliert und man nicht helfen kann”, sagte der 28-Jährige. Natürlich war auch ihm nicht verborgen geblieben, dass er und seine beiden Mittelfeldkollegen an allen Ecken und Enden fehlten.

„Sabi, Diego und ich gehören zu den erfahreneren Spielern. Es ist wichtig, dass du immer ein paar von denen dabei hast. Wir können mit unserer Erfahrung weiterhelfen”, sagte Kampl. „Ich bin auch froh, dass die anderen beiden heute wieder mitgespielt haben, weil sie sehr wichtige Spieler für uns sind.” Erstaunlich war, dass alle Drei von der ersten Minute an so präsent waren als hätten sie nie gefehlt.

Kevin Kampl: „Wir können nicht fünf Ausfälle kompensieren”

Auch Trainer Ralf Rangnick war heilfroh, wieder auf seine Taktgeber zurückgreifen zu können. „Man hat gesehen, wie wertvoll die komplette Besetzung für uns ist. Es hat uns extrem gutgetan, dass uns die Jungs wieder zur Verfügung standen”, sagte der Chefcoach.

So formulierte Kampl die Erkenntnis aus dem Spiel „Wir haben nicht so einen breiten Kader, wir können nicht fünf Ausfälle kompensieren. Das geht einfach nicht. Deswegen müssen wir alle fit bleiben, um eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz zu bringen.” In den verbleibenden fünf Spielen bis zum Jahresende hat sich Kampl vorgenommen, kein Spiel zu verpassen. „Ich hoffe, dass ich jetzt durchziehen kann bis Weihnachten”, sagte er – leise, aber betont.