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Rangnicks Rolle rückwärts: „Niemand hat gesagt, dass die Bundesliga Vorrang hat”

„Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht”: Ralf Rangnick nach dem 0:1 in Salzburg (Foto: imago).

„Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht”: Ralf Rangnick nach dem 0:1 in Salzburg (Foto: imago).

Ralf Rangnick hat vor dem abschließenden Gruppenspiel in der Europa League gegen Rosenborg Trondheim klargestellt, dass RB Leipzig den internationalen Wettbewerb „extrem ernst” nehme. Vor zwei Wochen nach dem 0:1 in Salzburg hatte das noch ganz anders geklungen. Von Ullrich Kroemer.

Ralf Rangnick: „Würden Europa League gern weiter ernst nehmen”

Ralf Rangnick schien auf die Frage gewartet zu haben. Angesprochen auf die Priorisierung der Wettbewerbe in dieser Saison hob Leipzigs Sportdirektor am Mittwochabend bei der Pressekonferenz vor dem entscheidenden Spieltag in der Europa-League-Gruppenphase prompt zu einer längeren Erklärung in eigener Sache an: „Niemand bei uns, auch ich nicht, hat gesagt, dass die Bundesliga Vorrang hat. Dass ein Wettbewerb mit 34 Spielen das Kerngeschäft ist, in dem es darum geht, gut abzuschneiden am Ende der Saison, ist vollkommen logisch”, sagte Rangnick.

Und weiter: „Wir hatten bisher mit Abstand die meisten internationalen Spiele in Deutschland und haben jedes einzelne Spiel extrem ernst genommen und in jedem die Vorbereitung ausschließlich darauf gerichtet. Jeder der nah genug dran war, weiß, wie ernst wir den Wettbewerb bisher genommen haben. Wir würden ihn gern auch weiterhin ernst nehmen”, betonte der 60-Jährige.

Ralf Rangnick: „Mit Verlaub: Unsere Priorität liegt ganz klar auf der Bundesliga”

Vor zwei Wochen hatte Leipzigs Manager noch ganz anders geklungen. Bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 in Salzburg hatte Rangnick „mit Verlaub” gesagt: „Unsere Priorität liegt ganz klar auf der Bundesliga.” Das erstaunte Auditorium ließ er wissen: „Bei uns beschäftigt sich gerade niemand mit der Euro League.” Vielmehr war Rangnick in Gedanken schon beim Spiel gegen Mönchengladbach und dem Ziel Champions-League-Qualifikation. „Das wären unsere Festspiele. Sollten wir nicht mehr in der Europa League dabei sein, verringert das sicher nicht unsere Chancen”, sagte Rangnick.

Bereits zuvor bei TV-Sender RTL Nitro hatte er geäußert: „Wenn wir weiterkommen, freuen wir uns, wenn nicht, geht auch nicht die Welt unter.” Unmissverständliche Aussagen im Moment der Niederlage, die nicht fehl zu interpretieren sind.

Dennoch ruderte Rangnick nun zurück – und schob eine Medienkritik adressiert an Journalisten hinterher, die nicht nah genug am Verein „dran” seien. Er habe „einige Kommentare dazu gelesen von Menschen, deren Namen ich nie gehört habe. Das hat mit der Realität nichts zu tun. Wenn jemand daraus etwas stricken möchte, kann ich ihn nicht daran hindern.” Nun ja, ein stimmiges Bild ergibt sich aus den Aussagen jedenfalls nicht.

Willi Orban will noch „einige Runden spielen”

Kapitän Willi Orban jedenfalls äußerte durchaus Interesse, mit Blick auf namhafte Absteiger aus der Champions League weiter europäisch zu spielen. „Ich würde mich sehr freuen, noch einige Runden zu spielen. Da könnten noch einige interessante Begegnungen auf uns warten.” Sein Kollege Timo Werner hatte sich dagegen in Salzburg mit ähnlichem Tenor geäußert wie Rangnick: „Wenn es in der Euro League dieses Jahr nicht sein soll, ist es schade, aber auch nicht schlimm.”