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RB Leipzig will mit „mutigem Auftritt“ zu „phantastischer Ausgangsposition“

Von Matthias Kießling
Platzverweise sollte RB Leipzig diesmal vermeiden, wenn man in München mehr holen will als ein bisschen Aufregung. (Foto: Imago)

Platzverweise sollte RB Leipzig diesmal vermeiden, wenn man in München mehr holen will als ein bisschen Aufregung. (Foto: Imago)

Nach der überraschenden Niederlage von Borussia Dortmund bei Fortuna Düsseldorf am Dienstagabend ist im Spiel zwischen Bayern München und RB Leipzig noch mehr Feuer. Für Bayern ist es die Chance, den Rückstand auf den Spitzenreiter auf sechs Punkte zu verkürzen. Leipzig würde mit einem Sieg an den Bayern vorbei auf Rang 3 vorrücken und dann zusammen mit Mönchengladbach und Bayern ein Verfolger-Trio bilden.

Ralf Rangnick strebt „phantastische Ausgangssituation“ an

Für Ralf Rangnick geht es aber in den verbleibenden zwei Spielen bis zur Winterpause vor allem darum, sich mit RB Leipzig in der Bundesliga eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Derzeit stehen 28 Punkte auf dem RB-Konto, so viel wie letzte Saison nach 17 Spielen. 31 Punkte sind für diese Saison das Ziel bis zur Winterpause. Wenn man noch eines der beiden Spiele gegen Bayern und Bremen gewinnt, hätte man eine „gute Ausgangsposition“, so Rangnick. „Wenn wir mehr als eines der Spiele gewinnen, haben wir eine phantastische Ausgangsposition für die Rückrunde. Und das streben wir an.“

Nach den bisherigen Erfahrungen mit Spielen in München ist das eine mutige Ansage. Denn dort war bis auf Platzverweise für RB Leipzig bisher nichts zu holen. Zweimal verlor man nach frühen Herausstellungen. Das soll diesmal möglichst nicht passieren. Vielmehr will Rangnick mit einem „mutigen und selbstbewussten Auftritt“ punkten. Mut braucht man ganz sicher, weil man gegen Bayern nicht nur verteidigen könne. „Das ist aber auch nicht unsere Herangehensweise“, so Rangnick, der eine aktive Spielweise präferiert. „Wir müssen sie zu Fehlern zwingen.“ Ob das über 90 Minuten gelingen könne, sei aber fraglich.

RB Leipzig muss in letzter Linie gut verteidigen, aber auch früh Bälle gewinnen

Zuletzt in Hannover konnte Bayern München mit der Flügelzange Serge Gnabry und Kingsley Coman überzeugen. Denen dürfe man „keine Räume geben“, so Rangnick. Die Außenverteidiger müssten die Bewegungen der Bayern-Offensivspieler „rechtzeitig antizipieren und rechtzeitig Tempo aufnehmen“. Genug Tempo habe RB in der letzten Reihe, um die Angriffe der Bayern zu verteidigen.

Das Verteidigen in der letzten Linie sei aber nur ein Teilaspekt des Herangehens an die Aufgabe in München. „Wichtiger ist, die Zufuhr zu unterbrechen und Ballgewinne zu haben“, so Rangnick weiter zu seinen Ideen. Das gelang in den bisherigen Partien in München nur unzureichend. Gerade im ersten Aufeinandertreffen vor zwei Jahren hatte der Meister den damaligen Aufsteiger und Herausforderer mit Spielverlagerungen und Spieleröffnungen über die Innenverteidigung und die Mitte des Spielfelds förmlich zerspielt.

Schwächephase der Bayern schon ein paar Wochen vorbei

Das soll diesmal nicht passieren. Mit einer aktiveren Herangehensweise will man die Bayern beschäftigen und nicht ins Rollen kommen lassen. Das gelang in dieser Saison gerade in München schon einigen Teams. Gegen Mönchengladbach, Freiburg, Augsburg und Düsseldorf ließen die Bayern in der Bundesliga in vier Spielen hintereinander zu Hause Punkte liegen. Diese Schwächephase ist aber zum Nachteil von RB schon ein paar Wochen her. „Im Moment haben die Bayern wieder Zutrauen in ihre Fähigkeiten. Es muss viel zusammenpassen, damit man dort punkten kann“, sieht es Ralf Rangnick realistisch.

Auch personell müsste für einen erfolgreichen Auftritt in München eigentlich „viel zusammenpassen“. Die Sperre von Marcel Sabitzer schmerzt dabei genauso wie ein möglicher Ausfall von Kevin Kampl. Zudem sprach Ralf Rangnick im Vorfeld des Spiels von weiteren Fragezeichen. Auf dem Feld stehen dürfte dafür in jeden Fall Konrad Laimer. Der hatte nach seiner Einwechslung zur Pause im Spiel gegen Mainz ein Sonderlob von Rangnick bekommen. Gegen München könnte Laimer mit seiner Aggressivität mithelfen, die besagte „Zufuhr“ im Offensivspiel der Bayern zu unterbrechen.

Mögliche Aufstellungen beim Spiel RB Leipzig gegen FC Bayern München

FC Bayern: Neuer – Kimmich, Süle, Hummels (Boateng), Alaba – Goretzka, Thiago – Gnabry, Müller, Coman (Ribery) – Lewandowski

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Upamecano, Halstenberg – Laimer, Demme, Kampl – Poulsen, Bruma, Werner