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RB Leipzig: Zufriedenheit mit Vereinsentwicklung – Unzufriedenheit mit Zuschauerzuspruch

Oliver Mintzlaff sieht eine positive Vereins- und eine negative Zuschauerentwicklung bei RB Leipzig. (Foto: Imago)

Oliver Mintzlaff sieht eine positive Vereins- und eine negative Zuschauerentwicklung bei RB Leipzig. (Foto: Imago)

Oliver Mintzlaff sieht die Entwicklung bei RB Leipzig im Interview mit dem Kicker (Print) insgesamt positiv. Der Verein habe sich „gesamtheitlich weiterentwickelt. Vergangene Saison lag unser Umsatz erstmals bei über 200 Millionen Euro.“ Man habe den Verkauf von Naby Keita genauso verkraftet wie den Trainerwechsel und liege nun drei Punkte besser als im Vorjahr zum selben Zeitpunkt. „Wir wollten nicht konsolidieren und wollten auch kein Übergangsjahr. Und ich glaube auch nicht, dass wir mit unserem Auftreten im Vorjahr etwas anderes suggerieren“, sieht der Geschäftsführer von RB Leipzig die Dinge klar.

Klar ist auch, dass zu einer positiven Weiterentwicklung die Qualifikation für die Champions League dazugehört. „Um den nächsten wirtschaftlichen Schritt machen zu können, wäre die Champions League mehr als hilfreich.“ Der Anspruch des Vereins sei aber in jedem Fall unter den ersten sechs einzukommen. Wirtschaftlich lägen Bayern und Dortmund weit vor RB Leipzig. Auch Schalke und Wolfsburg lägen noch vor den Sachsen, die Mintzlaff auf Rang 6 der Bundesliga einordnet.

Rückläufige Zuschauerzahlen gefallen Oliver Mintzlaff nicht

Im Zuschauerzuspruch liegt RB Leipzig in der Bundesliga derzeit auf Platz 11. Hannover ist die einzige Stadt mit einem größeren Stadion als jenes der Leipziger, die im Zuschauerschnitt in der Bundesliga noch hinter RB liegt. Über 2.000 Zuschauer weniger als in der Vorsaison kommen bisher 2018/2019 pro Bundesligaspiel in die Red Bull Arena. Mehr als 4.000 Zuschauer pro Spiel beträgt das Minus sogar im Vergleich zur Saison 2016/2017.

„Richtig ist, dass uns das Thema Zuschauerzahlen nicht gefällt“, konstantiert Oliver Mintzlaff ehrlich. Es gebe allerdings auch Gründe für den Besucherrückgang. Man habe als junger Bundesligist noch nicht die große Fanbase wie andere Vereine. Zudem seien die Einkommen in der Region nicht sehr hoch, war die Anzahl der Spiele extrem und waren die Anstoßzeiten teilweise „sehr ungünstig“. Es gebe aber „viele Menschen, die noch nicht in unserem Stadion waren, aber mit uns sympathisieren. Die müssen wir abholen“, sieht Mintzlaff deutlich die Wachstumspotenziale.

Ausbau der Red Bull Arena für Mintzlaff weiter eine Notwendigkeit

Deswegen hält er auch daran fest, dass ein Ausbau der Red Bull Arena „notwendig“ ist. „Man darf sich im Fußball bei der Verfolgung strategischer, langfristiger Ziele nicht von der Tagesaktualität verleiten lassen.“ Es bleibe aber auch dabei, dass man aktuell Ausbauphasen verschiebe, weil „die Baukosten momentan deutlich höher sind als ursprünglich geplant“.

Mintzlaff hatte in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals erklärt, dass man vorerst bis zum Sommer 13 Millionen Euro in infrastrukturelle Maßnahmen wie den Ausbau der Cateringbereiche oder den Schallschutz stecken will. Die Ausbaupläne werden dagegen hinsichtlich ihres Umfangs und ihrer Machbarkeit geprüft. Bis auf 57.000 Plätze kann die Red Bull Arena maximal ausgebaut werden. Zuletzt war man von einem Ausbau auf 50.000 Plätze ausgegangen.

(RBlive/mki)