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Was RB Leipzig in der Rückrunde verbessern will

Von Ullrich Kroemer, Leipzig.
„Gewinnen heißt, härter zu arbeiten”: Ralf Rangnicks Maxime zum Rückrundenauftakt (Foto: imago).

„Gewinnen heißt, härter zu arbeiten”: Ralf Rangnicks Maxime zum Rückrundenauftakt (Foto: imago).

Der Wind pfiff eisig über die Trainingsplätze am Cottaweg und trieb immer wieder Schneeflocken über die Anlage, als die 18 Feldspieler und vier Torleute von RB Leipzig am Freitagvormittag zum ersten Mal in diesem Jahr zur Arbeit erschienen. Da blieb es nicht aus, dass sich einige Akteure und Beobachter ins 17 Grad warme Lagos an der portugiesischen Algarveküste wünschten, wo RB sich vor zwei Jahren vorbereitet hatte. „Es wäre schöner, in der Sonne zu trainieren. Aber wir haben nur zweieinhalb Wochen Zeit und wollen die zwei Reisetage lieber fürs Training nutzen”, sagte Kapitän Willi Orban. „Am 19. Januar kann es auch schneien und kalt sein. Wir haben uns bewusst dafür entschieden.”

An besagtem 19. Januar steigt bereits der Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund, bei dem sich die Leipziger für das 1:4 im Hinspiel revanchieren wollen. „Das wird anspruchsvoll, aber wir trauen uns schon zu, so ein Spiel zu gewinnen”, sagte Trainer Ralf Rangnick. Die Messlatte für diese Wintervorbereitung.

Rangnick kam gut erholt und sonnengebräunt aus dem Urlaub und vermittelte zum Auftakt Lust und Kraft auf diese Rückrunde. Die Hände zum Trichter vor dem Mund geformt rief er den etwa 550 Trainingskiebitzen ein frohes neues Jahr zu und forderte seine Spieler gleich mit einer 90-minütigen Einheit mit gleich vier Spielen Neun gegen Neun.

Rangnick: „Spieler entscheiden selbst, wer in der Startelf steht”

Ohne störende Europapokal-Belastung kann Rangnick das Training viel intensiver gestalten. „Die Einheiten gewinnen deutlich an Bedeutung”, kündigte er an. „Die Spieler entscheiden mit ihren Trainingsleistungen selbst darüber, wer in der Startelf gegen Dortmund steht.” Dementsprechend hoch motiviert sah der Übungskick auch zum Auftakt bei aus.

Vor der ersten Einheit des Jahres hatte Rangnick seinem Team einige Statistiken der Hinrunde gezeigt und es auf die Rückrunde eingeschworen. Dabei thematisierte er die großartige Heimbilanz mit nur sechs Gegentreffern in neun Spielen. „Man kann sagen, dass wir inzwischen eine richtige Macht im eigenen Stadion sind.”

„Auch auswärts im Stile einer Heimmannschaft auftreten”

Die Auswärtsbilanz bezeichnete er hingegen als „ausbaufähig”. Rangnick konkretisierte: „In Freiburg oder in Wolfsburg waren wir zu Recht nicht zufrieden. Da geht es darum, im Stile einer Heimmannschaft aufzutreten. Wenn wir es schaffen, in vielen Auswärtsspielen so zu verteidigen wie in München, verbessern wir die Auswärtsbilanz.”

Luft nach oben, so Rangnick habe das Team auch bei eigenen Standards. „Das hat auch etwas mit der Qualität der Eingaben zu tun”, kritisierte Rangnick. Einen richtigen Standardspezialisten hat RB nach dem Ausfall von Emil Forsberg nicht. Daran zu feilen, so der Fußballlehrer, sei ein weiterer Schwerpunkt in der Rückrundenvorbereitung.

Was Rangnick nicht konkret ansprach, aber im Training zu sehen war, war eine Steigerung des Kreativspiels. „Wir haben jetzt endlich mal wieder Zeit, gezielt an bestimmten Dingen zu arbeiten. Das war in der Hinrunde ab einem bestimmten Zeitpunkt schwer möglich.”