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„Riesenchance” für RB Leipzig gegen Wundertüte Hannover

Von Ullrich Kroemer
Waren schon 2004 Gegner: Thomas Doll und Ralf Rangnick (Foto: imago).

Waren schon 2004 Gegner: Thomas Doll und Ralf Rangnick (Foto: imago).

RB Leipzigs Videostudium von Gegner Hannover 96 fiel vor dem Auswärtsspiel bei den Niedersachsen kurz aus. Da Trainer Thomas Doll erst am Montag seinen Dienst angetreten hat, ist der Tabellenvorletzte eine Wundertüte für das Team von Trainer Ralf Rangnick.

„Was wir an Informationen einholen konnten, was eventuell auf uns zukommt, haben wir getan”, sagte Rangnick. Der 60-Jährige kennt seinen Trainerkollegen noch aus dessen Zeiten beim HSV. „Da stand er sehr für gepflegten Fußball, hat sehr viel Wert auf eigenen, kontrollierten Ballbesitz, offensives Spiel gelegt.” Doch Rangnick betonte: „Ob das jetzt immer noch so ist, werden wir sehen. Aber es ist sicher sein Anspruch, seiner Mannschaft Zutrauen in die Stärken bei eigenem Ballbesitz zu vermitteln.”

Doll: „Handlungsschnelligkeit bei Hannover 96 verbessern”

Das würde RB freilich in die Karten spielen, weil Hannover dann Angriffsfläche und Räume für die aggressiv anlaufenden Leipziger böte. Doch Doll selbst hörte sich bei der Pressekonferenz vor seinem ersten Spiel nach zehn Jahren Bundesliga-Abstinenz gar nicht nach viel Ballbesitz-Fußball an. „Eine Mannschaft, die verunsichert ist, sollte die Kompaktheit wiederfinden. Das ist das A und O“, betonte Doll. So ist davon auszugehen, dass die 96er aus defensivem Verbund heraus schnell kontern wollen. „Wir wollen nicht nur Sicherheit, sondern auch mehr Geschwindigkeit in unser Spiel bekommen. Nicht nur durch Sprints, wir wollen auch die Handlungsschnelligkeit verbessern”, sagte Doll.

Da es letztlich spekulativ ist, wie Doll Hannover gegen RB spielen lassen wird, verlegt sich Rangnick verständlicherweise vor allem auf die Dinge, die er selbst beeinflussen kann. „In erster Linie haben wir uns mit unserem Spiel beschäftigt”, betonte Rangnick. „Das ist unabhängig davon, wie der Gegner spielt.” Entscheidend dabei sei, „dass wir in Hannover wieder genauso gegen den Ball auftreten wie in Düsseldorf. Wenn wir das über 90 Minuten hinweg schaffen, haben wir auch in Hannover eine gute Chance zu gewinnen”, so Rangnick.

Rangnick: „Mit Sieg gegen Hannover richtig guter Start in die Rückrunde”

RB Leipzigs Trainer betonte gleich mehrfach, wie wegweisend ein zweiter Rückrunden-Auswärtssieg bei Hannover 96 wäre. „Wir haben morgen eine Riesenchance vorzulegen, an einem durchaus interessantem Spieltag, was die anderen Paarungen angeht”, hob Rangnick hervor. Verfolger Eintracht Frankfurt spielt am Samstag gegen Tabellenführer Dortmund. Der Tabellendritte Borussia Mönchengladbach muss bei Schalke 04 antreten. „Wir wissen, dass es ein ganz wichtiges Spiel ist”, wiederholte Rangnick. „Mit einem Sieg hätten wir einen richtig guten Start in die Rückrunde geschafft. Das ist unser klares Ziel.”

Dabei will Rasenballsport auf die gleiche Mannschaft wie in Düsseldorf setzen – vorausgesetzt, Timo Werner erholt sich von seiner Erkältung. Wenn Werner nicht auflaufen kann, sind Marcel Sabitzer und Matheus Cunha Optionen für die zweite Position im Sturm neben Yussuf Poulsen.